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ALOE VERA: DIE WUNDERPFLANZE
2009-07-01

Immer häufiger kann man neuerdings auf Balkonen, Terrassen und in Gärten eine exotische Pflanze in Pflanzenkübeln bewundern, die man sonst in unseren Breiten nur in botanischen Gärten zu sehen bekam und deren Namen man aus der Medizin und Kosmetik kennt: Es handelt sich um die Aloe vera, eine Heilpflanze, deren Kraft und Wunderwirkung auf Gesundheit und Schönheit seit Jahrtausenden bekannt ist. Was ist das für eine Pflanze, die sich immer mehr Leute ins Haus holen? Welche Pflege braucht sie, für was ist sie alles gut und wann wurden ihre tollen Eigenschaften zum ersten Mal entdeckt?

Man glaubt es kaum, aber die Aloe vera gehört zu den Liliengewächsen, obwohl sie eigentlich viel mehr Ähnlichkeit mit den Kakteen hat. Insgesamt gibt es auf der ganzen Welt etwa 700 verschiedene Aloe-Arten, die in subtropischen und wüstenhaften Gebieten, wie beispielsweise Afrika, Indien, Arabien, Südamerika und im gesamten Mittelmeerraum wachsen.
Die Aloe vera erreicht mit ihren stark faserigen Wurzeln und ihren fleischigen, saftigen Blättern eine maximale Höhe von 90 Zentimetern. Die Blätter sind von der Wurzel ausgehend, rosettenförmig angeordnet und sie sind graugrün bis tiefgrün gefärbt. Ausserdem gibt es Arten, die gestreifte Blätter haben.
Die steifen, lanzenförmigen Blätter der Aloe vera, die an den Rändern mit scharfen Dornen besetzt sind, werden etwa 40 bis 50 Zentimeter lang. An der Basis sind sie durchschnittlich 6 bis 10 Zentimeter breit. Sie werden dann immer schmaler und laufen schliesslich am Ende spitz zusammen.
Eine ausgewachsene Aloe Vera hat mindestens 30, oft sogar über 40 dieser Blätter, die prall mit Pflanzen-Gel, das die heilende und schönheitsfördernde Wirkung der Aloe vera ausmacht, gefüllt sind und jeweils 500 Gramm oder mehr wiegen.

Die wunderschöne Blüte der Aloe vera, die aus der sonst äusserlich eher kargen und etwas langweilig wirkenden Pflanze eine wahre exotische Schönheit macht, entwickelt sich an der Spitze eines kerzenförmigen Stängels und ist entweder rot, purpurrot oder knallgelb.
Wann eine Aloe vera blüht, richtet sich sehr stark nach dem Standort, dem Alter und der Pflege der Pflanze. Meist blüht sie nach fünf bis sieben Jahren zum ersten Mal.
Die Aloe vera zählt zu den Xerophyten, das sind Pflanzen, die nicht nur Trockenheit lieben, sondern sich sogar selbst vor Wasserverlust schützen. Selbst mehrere Wochen kann die Aloe vera ganz ohne Wasser auskommen, denn sie ist in der Lage, ihre Wasservorräte zu speichern und zu regulieren.
Eine Verletzung am Blatt, die ihr bedrohlichen Wasserverlust zufügen könnte, wird von ihr selbst verschlossen und geheilt. Danach beginnt die Aloe vera in die andere Richtung zu wachsen.
Die aufmerksame Beobachtung dieser selbstheilenden Eigenschaft der Aloe vera mag mit ein Grund für ihre Entdeckung als Heilpflanze gewesen sein. Denn was eine Pflanze für sich tun kann, das vermag sie auch für den Menschen zu tun.

Die ersten Lobpreisungen über den Heilwert der Aloe vera kann man in der etwa 3550 Jahre alten, der ältesten und umfangreichsten erhaltenen ägyptischen Papyrusrolle zum Thema Medizin, dem „Papyrus Ebers“, nachlesen.
Die Ägypter nutzten sie damals zur Vorbeugung gegen Krankheiten. Sie pflegten den ganzen Körper täglich, ausgiebig mit Salben, Körperölen und Haarpflegemitteln mit frischen Extrakten der Aloe vera, denn sie waren der Ansicht, dass das ganzheitliche psychische und physische Wohlbefinden die einzig wirksame Hilfe zur Verhinderung von Krankheiten war.
Von Ägypten aus gelangte das Wissen über die Wirkung der Aloe vera dann zu den Griechen, die fest von deren Wunderwirkung überzeugt waren und sogar glaubten, wenn man sie besitzt, wäre einem ein sehr langes Leben garantiert und man wäre immun gegen sämtliche Krankheiten und Verletzungen.
Es heisst, Aristoteles habe Alexander den Grossen deshalb dazu überredet, die Insel Sokatra, die am Ende der afrikanischen Ostküste liegt und im 4. Jahrhundert bei den Griechen als Heimat der Aloe vera galt, zu erobern, um in den Besitz der dortigen Aloe-Haine zu kommen.
Die Insel Sokatra sollte ausreichend medizinische Hilfe für die verletzten griechischen Krieger bieten, denn die heilsame Aloe vera sollte als Medizinpflanze auf den Kriegszügen mitgeführt werden und die Krieger unsterblich machen.

Wie die Griechen von den Ägyptern, so übernahmen die Römer von den Griechen das Wissen um die heilende Wirkung der Aloe vera, die ihr Wissen wiederum in den Orient trugen.
Während der Herrschaft von Kaiser Nero, um 50 nach Christi, lebte der Arzt und Naturforscher Dioskurides, der im ganzen Orient herumreiste.
Er widmete in seinen medizinischen Werken mehrere umfangreiche Kapitel der Aloe vera, die seine bevorzugte Heilpflanze war und empfahl deren Pflanzensaft bei zahlreichen Beschwerden. Durch ihn gelangte das Wissen um die Heilkraft der Aloe vera in den Orient.
Noch Jahrhunderte nach seinem Tod wurden seine medizinischen Werke dort, vor allem von arabischen Ärzten, sehr geschätzt.

Von da an war ihr Siegeszug rund um den ganzen Erdball nicht mehr aufzuhalten. Nach und nach erfuhren alle Völker von ihrer wundersamen Wirkung. Doch so richtig breitete sich das Wissen um die heilenden und schönheitsspendenden Eigenschaften der Aloe vera erst während des 16. Jahrhunderts aus.
In Indien wird die Heilkraft der Aloe vera beispielsweise seit Jahrhunderten in der indischen Volksmedizin Ayurveda als Verjüngungsmittel, bei Beschwerden der Wechseljahre, bei Leber- und Darmbeschwerden, als menstruationsförderndes und regulierendes Mittel und für den Kreislauf und Verdauungstrakt, genutzt.
Für die Mohamedaner ist die Aloe vera nicht nur Heilpflanze, sondern auch ein religiöses Glückssymbol. Ein Moslem, der eine Pilgerreise zum Schrein des Propheten gemacht hat, hat die Ehre, sich über seinen Hauseingang ein Blatt der Aloe vera zu hängen.
Und sogar in der schamanischen und indianischen Medizin ist die Heilkraft der Aloe vera bekannt.
Insbesondere der, in Florida beheimatete Indianerstamm der Seminolen, aber auch die Indianerstämme der Creeks und Choctaws waren von der Wunderwirkung der Aloe vera überzeugt und nutzten die tollen Eigenschaften dieser Pflanze so intensiv, wie kein anderes Volk auf der Welt.
Spanische Jesuiten berichteten, dass Seminolen und Creeks den, für die Weissen typischen, Sonnenbrand mit dem frischen, salbenartigen Saft aus den Blättern der Aloe vera schnell heilen konnten. Sie erzählten auch, dass die Seminolen in den langen Kriegszügen gegen die US-Armee in den Mangroven-Sümpfen immer frischen Saft aus den Blättern der Aloe vera mit sich geführt haben, der hervorragend zur Wundbehandlung geeignet war.

Seminolen, Creeks, Choctaws und Cheroken benutzen den Saft der Aloe vera für die Mundpflege, zur Behandlung von Zahnfleischerkrankungen, als Mittel gegen Verbrennungen, zur Behandlung von Arthritis und auch als Mittel zur Vertreibung von Insekten.
Mit verdünntem Saft rieben sich die Indianer deshalb sogar den ganzen Körper ein, wenn sie Sumpfgebiete zu durchstreifen hatten.
Sie sollen diese Rezeptur, so heisst es, viele Jahrzehnte vor den Weissen verborgen gehalten haben, weil sie ihnen die Leiden durch Insektenplagen in den Sümpfen von Herzen gönnten.

Die indianischen Anwendungen von Aloe-Saft bei Verbrennungen und Verbrühungen führten zwischen 1930 und 1950 zu medizinischen Studien, die an verschiedenen Universitäten in den USA durchgeführt wurden.
Das Ergebnis dieser Studien: Der geleeartige Saft der Blätter erwies sich als äusserst heilwirksam bei Hautverbrennungen, die durch Röntgenstrahlen und radioaktive Strahlung verursacht worden waren.
Die Erkenntnis der Indianer, dass der frische Aloe-Saft Insekten fernhält, wurde vor allem von den Creeks weiterentwickelt und auf den Schutz von Materialien übertragen, die von Insekten zerstört werden können. So wurde der frische Saft aus Wurzeln und Blättern als Holz-Imprägniermittel und als Insektizid benutzt.
Die Creeks bestrichen die Pfähle, auf denen ihre Häuser in Sumpfgebieten ruhten, die Holzböden, Wände und Dachschindeln mit dem Saft der Aloe vera und das so behandelte Holz blieb über viele Jahre im ursprünglichen Zustand ohne Wurmbefall und Holzfäule, erhalten.
Boote, Schiffe und Flöße, Planken, Bretter und Balken wurden einen Monat lang in einer wässerigen Lösung von Aloe-Wurzeln und Blättersaft getränkt. Das Holz soll danach auf eine unabsehbare Zeit frei von Wurmbefall und Fäulnis, der im Wasser liegenden Teile der Boote und Schiffe, sowie völlig frei von Algen- und Muschelbewuchs gewesen sein. Als Nebeneffekt solcher Holzbehandlungen rühmten die Creeks die Tatsache, dass ihre Häuser, Vorratsschuppen und Boote auf Dauer sämtliche Insekten abhielten und der Lebensmittelvorrat keines weiteren Schutzes bedurfte.

Die Heilkraft der Aloe vera geriet im vergangenen Jahrhundert ein bisschen in Vergessenheit. In den 80ger und 90ger Jahren wurde sie aber wieder sehr populär, in unseren Breiten sogar so stark, wie nie zuvor.
Vor allem die Kosmetikindustrie hat die schönheitsfördernde Wirkung der Aloe vera inzwischen entdeckt, denn die, im gallertartigen Saft der Aloe vera enthaltenen, Inhaltsstoffe wirken hautreinigend, hautpflegend, zusammenziehend, porenverfeinernd, antiseptisch und antibiotisch. Sie sind daher bestens geeignet bei unreiner Haut, aber auch, um die Haut frischer, jünger, glatter und gesünder erscheinen zu lassen und, um der natürlichen Hautalterung entgegenzuwirken.
Doch in fast allen Kosmetikprodukten, in denen der Saft der Aloe vera verarbeitet ist, bleibt von der grossartigen Wirkung dieser Pflanze nur noch wenig übrig. Denn bei der Haltbarmachung des Pflanzenschleims wird der Wirkstoffgehalt im hohen Masse reduziert.
So enthält beispielsweise das handelsübliche Aloe-vera-Gel nur noch wenig Aloin und Emodin, zwei Stoffe, die ganz wesentlich zur Heilwirkung beitragen. Und auch andere Kosmetikprodukte wie Gesichtswasser, Cremes und Salben mit Aloe-vera-Extrakt haben nur noch einen Teil der Wunderwirkung dieser einmaligen Pflanze.

Deshalb ist es am besten, wenn man in den vollen Genuss der Wirkung der Aloe vera für die Schönheit kommen möchte, die Pflanze selbst im Haus zu haben, um den heilbringenden Saft ihrer Blätter unverfälscht anzuwenden und ihn selbst zu Kosmetika zu verarbeiten.
Und das wird immer beliebter: Immer mehr Menschen kaufen sich inzwischen eine Aloe vera für Zuhause, um den frischen Saft zur Heilung und für die Schönheit zu verwenden. In Amerika, vor allem im Westen der USA, ist es übrigens schon sehr lange üblich, dass man eine Aloe vera im Haus hat.
Die Amerikaner, die ihre Aloe vera als „first aid plant“ (Erste-Hilfe-Pflanze) bezeichnen, benutzen sie als Teil ihrer Hausapotheke: Das in den fleischigen Blättern enthaltene Gelee wird dort als frisch zur Verfügung stehendes Heilmittel, für alle möglichen Gelegenheiten angewendet. Vielleicht wird das bei uns auch bald so sein...


Bei diesen Beschwerden kann Ihnen die Aloe vera helfen!

Akne
Der frische Saft der Aloe vera eignet sich hervorragend zur Behandlung von unreiner Haut. Am besten ist es, das Blattinnere direkt anzuwenden. Bei Bedarf eine Scheibe vom Blatt abschneiden, in der Mitte teilen und mit den geteilten Hälften das Gesicht abreiben. Noch wirksamer: Den frischen Saft auf die betroffenen Stellen geben und über Nacht einwirken lassen. Die antiseptische und leicht austrocknende Wirkung bringt Hautunreinheiten rasch zum Abklingen.
Ein weiterer Vorteil der Aloe vera: Sie verhindert die Bildung von Narben, wie sie bei Akne vorkommen.
Ausserdem sehr empfehlenswert bei unreiner Haut und Akne: Gesichtswasser, Hautcremes und Gesichtsmasken mit Aloe vera.

Augenpflege
Die Anwendung von Aloe vera bei Bindehautentzündungen und Augenleiden wird schon von Pfarrer Sebastian Kneipp gelobt.
In seinem Gesundheitsratgeber „So sollt ihr leben“ rät er: „Die Augen werden täglich mit Wasser, in dem etwas Aloe vera aufgelöst wird, ausgewaschen.“

Arthritis
Bei Gelenk- und Muskelschmerzen gehört die Einreibung mit Aloe-Gel oder mit aloehaltigem Massageöl zu den klassischen Rezepten der Volksheilkunde. Bei Arthritis empfehlen die Naturheilärzte täglich 1-2 Kaffeelöffel Aloe-Saft, in Wasser verdünnt, einzunehmen.
Das „Aloe vera Research Institute in Kalifornien meint dazu: „Viele Patienten, die täglich ein wenig Aloe-Vera-Saft einnehmen, berichten über das Nachlassen arthritischer Schmerzen. Während einige den Erfolg sofort verspüren, berichten andere, dass sich bemerkenswerte Verbesserungen erst nach ein bis zwei Monaten einstellen.“


Abszesse
Bei einer Eiterbeule oder einem Abszess sorgt der Saft der Aloe vera dafür, dass dieser sich öffnet und entleert: Das Blatt-Gel der Aloe vera im Wasserbad leicht erwärmen und zu gleichen Teilen mit Bienenhonig verrühren. Warm, als Umschlag, auf die Haut legen.

Verdauungsbeschwerden
Die verdauungsfördernde Wirkung der Aloe vera ist altbekannt. Aloe vera ist daher Bestandteil vieler Abführmittel oder auch des Verdauungsgetränks „Fernet Branca“. Ein wenig Aloe-vera-Saft, der mit warmen Wasser verdünnt wird, gilt als wirksames Heilmittel bei Blähungen, Verstopfungen und Darmbeschwerden.

Bluterguss
Blaue oder grüngelbe Flecken auf der Haut zeigen an, dass durch Schlag, Fall oder Zerrung Blut ins Gewebe eingetreten ist. Bereiten Sie einen Umschlag mit frischem Aloe-Saft und legen sie ihn auf die betroffenen Stellen.

Brandwunden
Bei kleineren Verbrennungen, wie man sie sich in der Küche leicht zuziehen kann, leistet die Aloe vera Erste Hilfe. Schneiden Sie das Blatt in der Mitte auf und legen Sie es direkt auf die verbrannte Hautstelle. Die antibiotische Wirkung der Aloe — mittlerweile auch von der Medizin anerkannt — beschleunigt den Heilungsprozess, verhindert Narbenbildung, lindert Schmerz und lässt keine Brandblasen entstehen.

Ekzeme
Bei allen Erscheinungsformen von entzündlichen Veränderungen der Haut, wie Ekzeme, Neurodermitis oder Schuppenflechte, ist die Behandlung mit frischem Aloe-vera-Gel empfehlenswert. Die antibiotische und heilende Kraft der Pflanze kommt am besten bei direkter Anwendung zur Wirkung. Streichen Sie die Haut mit dem Blattinneren ein, legen Sie das geteilte Blatt als Verband um und verwenden Sie zusätzlich Aloe-Tinkturen, sowie Kosmetika mit Aloe vera.

Frauenheilkunde
Die indische Pflanzenheilkunde, die Ayurveda, schätzt die Verwendung von frischem Aloe-vera-Gel nicht nur als Verjüngungsmittel, sondern auch als Heilmittel bei Frauenleiden.
In einer Beschreibung über die Wirkungen der Pflanze heisst es: „Aloe-Gel ist ein wunderbares Tonikum für Leber und Milz, das Blut und das weibliche Genitalsystem. Aloe vera reguliert den Zucker- und Fettstoffwechsel und die Verdauungsenzyme des Körpers, ist gleichzeitig ein Verjüngungsmittel für die Gebärmutter und gut gegen Beschwerden der Wechseljahre, Menstruationsbeschwerden und Vaginitis.
Deshalb sollten dreimal täglich zwei Teelöffel Aloe-vera-Gel mit einer Prise Gelbwurz eingenommen werden. Mit Wasser oder Apfelsaft vermischt wird es schmackhafter zum Einnehmen. Vorsicht ist allerdings geboten bei bestehender Schwangerschaft und Gebärmutterblutungen.

Haarpflege
Bei entzündlichen Veränderungen der Kopfhaut und bei Haarausfall, den Blattsaft der Aloe vera direkt auf die Kopfhaut auftragen. Haarpackungen mit Aloe vera verhelfen zu gesunder Kopfhaut und schönem, festen Haar. Nach einem alten englischen Rezept löst man etwas Aloe-Saft in Wein auf wäscht sich das Haar damit. Es heisst, die Haarwäsche damit verhindert Haarausfall und hilft das Haar in Form zu halten. Da das Gel der Aloe vera leicht festigend wirkt, gilt diese Rezeptur auch als Haarfestiger.

Insektenstiche
Den Naturvölkern war die Aloe vera als Insektizid bekannt. Der Körper wurde mit verdünntem Aloe-Saft eingerieben, um ihn vor Insekten und Parasiten zu schützen. Indianische Heiler empfahlen den Frauen, nach der Geburt eines Kindes die Brust mit verdünntem Aloe-vera-Saft einzureiben, um sie auf natürliche Weise zu desinfizieren und Parasiten fernzuhalten. Sie sagten ausserdem, dass Säuglinge von derart behandelten Brüsten besonders gerne und intensiv trinken würden und, dass zudem Mund, Rachen, Nasenhöhlen, Augen und Ohren der Babys von Parasiten und Bakterien frei geblieben sind. Creek-Hebammen empfahlen jungen Müttern Wäsche und Windeln ihrer Kinder nach dem Auswaschen mit einer stark verdünnten Aloe-vera-Lösung zu tränken und an der Sonne trocknen zu lassen, da dies Parasiten fernhalten und Entzündungen von After und Genitalien verhindern würde. Diese Tipps gelten natürlich auch heute noch.
Darüber hinaus: Bei Insektenstichen die Innenseite des Aloeblatts direkt auf die betroffene Hautstelle legen. Die Aloe vera verhindert Schwellungen, Rötungen, Entzündungen und Juckreiz.

Mundpflege
Die antiseptische Wirkung der Aloe vera hilft bei Schwellungen des Zahnfleisches, bei Bläschen im Mund- und Rachenraum, Zahnfleischbluten und bei Herpes an den Lippen. Einfach die betroffenen Stellen mit dem frischen Blattinneren oder mit Aloe-vera-Tinktur einreiben. Bei Zahnfleisch- und Mandelentzündung mit verdünntem Aloe-vera-Saft gurgeln.

Krampfadern
Einem Bericht des „Aloe vera Research Institutes“ zufolge ist das Einreiben mit frischem Aloe-vera-Gel bei Krampfadern sehr hilfreich. Die starken Schmerzen und auch die Krampfadern selbst gingen bei den meisten Betroffenen zurück.

Nagelbettentzündung
Auch hier hilft der frische Aloe-Saft durch seine antiseptische, heilende Kraft. Bestreichen Sie die entzündete Stelle damit und legen Sie einen Verband um.

Sonnenbrand
Bei Sonnenbrand verschafft die Aloe vera Kühlung, Linderung der Schmerzen und verhindert die Bildung von Blasen.
Klassische Rezeptur: Das aufgeschnittene Blatt als Bandage anlegen und über Nacht einwirken lassen.
Auch als Sonnenschutzmittel hat sich die Aloe vera bewährt: Sie bietet Schutz vor ultravioletter Strahlung und ist damit eine gute Prophylaxe gegen Sonnenbrand.


Die besten Pflegetipps: So haben Sie viel Freude mit Ihrer Aloe vera!

Wo bekommt man sie?
In Gärtnereien, Blumenfachgeschäften oder im Versandhandel. Die heilenden Wirkstoffe entwickelt die Aloe vera aber erst mit zunehmendem Alter. Kaufen Sie sich deshalb eine Aloe vera, die mindestens zwei Jahre alt ist.
Wo sollte sie stehen und wie oft muss ich sie giessen?
Die Aloe vera braucht einen hellen, sonnigen und luftigen Standort. Ab Mitte Mai sollte man sie deshalb ins Freie stellen. Als Wüstenpflanze verträgt sie pralle Sonne und Temperaturen bis zu 40 Grad. Sobald es draussen kalt wird, muss sie unbedingt ins Haus. Je heller und wärmer die Aloe vera steht, desto höher ist ihr Wasserbedarf.
Trotzdem: Nur mässig giessen. Die Erde sollte immer nur feucht und niemals nass sein. Am besten giesst man erst dann, wenn die Erde anzutrocknen beginnt. Die Aloe vera ist bei hellem und warmen Standort auch für gelegentliches Besprühen mit Wasser dankbar. Das wertvolle Gel des Blattinneren wird dadurch vermehrt. Bei kühlem und weniger hellem Standort wird die Aloe vera nur ganz wenig gegossen. Sie ist sehr empfindlich gegen Staunässe. Ihre Wurzeln dürfen niemals nass sein.

Wie muss ich sie pflegen?
Die Aloe vera gehört zu den unkomplizierten Pflanzen. Von Frühjahr bis Herbst regelmässig düngen. Verwenden Sie hierzu am besten biologischen Naturdünger, denn das bekommt nicht nur der Pflanze besser, sondern auch dem Blatt-Gel, das ja für Gesundheit und Schönheit verwendet werden soll. Einmal jährlich sollte die Aloe vera umgetopft werden. Dabei sollte der neue Topf nicht mehr als 3 Zentimeter Durchmesser als der alte haben. Als Erde liebt die Aloe vera eine luftige, gut durchlässige Mischung aus Torf, Ton und Sand.

Wie kann ich sie vermehren?
Die Vermehrung ist über Samen möglich, wobei zu beachten ist, dass Samen aus südlichen Ländern oft nicht sortenrein sind und daher auch andere Aloe-Arten daraus hervorgehen können, die dann nicht die Wirksubstanzen der Aloe vera haben. Deshalb die Aloe vera am besten auf vegetative Art, also über die Seitensprossen (Ableger), vermehren. Eine ältere Pflanze von vier Jahren bringt meistens mehrere Ableger. Sobald die Ableger, die direkt über der Erde hervorwachsen, eine Grösse von etwa 10 Zentimetern erreicht haben, können sie leicht abgetrennt und in kleine Töpfe gepflanzt werden. Bis sie dann angewurzelt sind, sollt man sie nur sehr wenig giessen. Die Erdmischung sollte zwar unmittelbar nach dem Pflanzen gut angegossen werden, damit die kleine Pflanze im Erdreich Halt bekommt, dann aber sollte nur noch ganz selten und sehr sparsam nachgegossen werden, bis die Pflanze gute Wurzeln gebildet hat.

Wie trennen ich ein Blatt ab?
Schneiden Sie bei Bedarf mit einem scharfen Messer ein Blatt ab, wobei Sie nach Möglichkeit nur äussere, untere Blätter nehmen sollten. Nach dem Abtrennen der unteren Blätter entwickelt sich dann, mit der Zeit, ein kleines Stämmchen. Schneiden Sie dann mit einem Querschnitt einen Teil des abgetrennten Blattes ab. Von diesem Teilstück entfernen Sie nun links und rechts die Blattkanten und anschliessend die Schale auf der flachen Blattseite. Jetzt kann man das Gel problemlos ausdrücken. Den Rest des Blattes kühl, am besten im Kühlschrank, lagern. Die Schnittstelle verschliesst sich von selbst, so dass kein Blatt-Gel ausfliessen kann. Maximal acht Wochen kann das Blatt noch verwendet werden. Dann sollten Sie es besser wegwerfen und ein neues Blatt abschneiden. Das frische Aloe-vera-Gel sofort verwenden und nicht über einen längeren Zeitraum lagern.

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