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DIE ENTSCHLACKUNG
2010-05-01

Wir modernen Menschen haben uns daran gewöhnt, die Reinheit der Haut und des Mundes zu erhalten. Aber es gibt Leute, die glauben, dass die äussere Reinigung natürlich ist, die innere jedoch nicht von der Natur vorgesehen wurde. Den Organismus von angesammelten Schlacken zu reinigen, bildet einen grundlegenden und wichtigen Teil zur Gesundheit des Körpers.
Die Natur kümmert sich nur um die Reinheit des Körpers bei denjenigen, die in voller Harmonie mit der Natur leben; d.h. saubere Luft atmen, nur natürliche Produkte zu sich nehmen und physisch hoch aktiv sind.
Dies ist leider in unserer heutigen Gesellschaft rar, daher ist es wichtig, selbst für die Reinheit der inneren Organe zu sorgen. Jetzt ist die ideale Jahreszeit für eine Frühjahrskur.
Bei einer Entschlackungskur steht im Vordergrund, dass die angesammelten Schlacken, also Schadstoffe, die im Fettgewebe des Körpers gespeichert sind und bei einer Diät frei werden, auch ausgeschieden werden.
Gerade bei solch einer Kur gibt uns die Pflanzenheilkunde eine grosse Auswahl an geeigneten Kräutern. Die Kur sollte ca. 3 Wochen andauern. Während dieser Zeit sollten täglich 4-6 grosse Tassen der Zubereitungen, davon je 1 Tasse morgens auf nüchternen Magen und vor dem Schlafengehen, getrunken werden.
Die verwendeten Pflanzen wirken aufgrund ihrer wasserlösenden und schweisstreibenden Eigenschaften.

BRENNESSEL (Urtica dioica L.)

Es ist nur wenigen bekannt, dass die vielgehasste Brennessel, die man überall findet, zahlreiche gute und nützliche Eigenschaften besitzt. Man denkt sofort an den unangenehmen Ausschlag, den sie auf der Haut hervorruft. Der brennende Schmerz wird von einer Flüssigkeit verursacht, die in den glasartig spröden Haaren enthalten ist. Bei einer Berührung bricht die Spitze der Haare ab und dringt wie eine Einstechnadel in die Haut ein. In der Flüssigkeit befinden sich Substanzen, die dann eine Entzündung um die kleine Wunde herum hervorrufen.
Die Brennessel ist nicht nur als Heilpflanze wertvoll, sondern wird auch für Suppen und als Gemüse verwendet. Vor der Einführung der Baumwolle wurden seit dem Mittelalter aus der Grossen Brennessel die Fasern zur Herstellung von Nesseltuch gewonnen.
Sie kommt in Europa vor, wächst bis auf eine Höhe von über 3'000 m und wird 50 cm—1,50 m hoch.
Die Blütezeit ist von Juni bis Oktober, die Blüten sind grün.
Die wirksamen Teile sind die junge Pflanze, die Blätter über das ganze Jahr, der Wurzelstock und im Herbst die Wurzeln. Die Brennessel sollte rasch im Schatten getrocknet werden (im welken Zustand brennen die Haare nicht mehr).
Inhaltsstoffe sind Acetylcholin, Gerbstoffe und Mineralsalze. Sie besitzt einen relativ hohen Chlorophyill-, Vitamin-C- und Eisengehalt.
Täglich 4-6 grosse Tassen Absud der Grossen Brennessel: 50 g Wurzeln und Blätter auf 1 Liter Wasser, 4 Minuten kochen lassen.

WEGWARTE (Cichorium intyblus L.)

Schon in einem Papyrustext aus dem 4.Jahrtausend v.Chr. wurde die Wegwarte erwähnt. Seit dem Altertum ist sie eine beliebte Heilpflanze, wird heute aber nur noch selten genutzt.
Vor allem bei Leberleiden hat sie eine günstige Wirkung bewiesen. Da die Wurzel der Wegraute einen hohen Inulingehalt hat, baute man die Pflanze zeitweise sogar in grossen Mengen an, um aus den gerösteten Wurzeln Kaffeezusatz oder —ersatz herzustellen. Friedrich der Grosse war es, der die Verwertung der Pflanze für Kaffee förderte, daher stammt auch die Bezeichnung „Preussischer Kaffee“. Die etwas weniger bitteren Kultursorten werden auch gern als Salat- und Gemüsepflanzen gegessen. Die Wegwarte ist nahe verwandt mit der altbekannten Winterendivie.
Sie kommt fast überall in Europa, an Wegrändern oder Brachland, bis zu einer Höhe von ca. 1'500 m vor und wird ca. 30 cm — 1 m hoch. Leuchtend blaue Blüten von Juli bis September, die meist nur vom frühen Morgen bis gegen Mittag geöffnet sind.
Wirksame Teile sind die Blätter vor der Blüte, von Juni bis September und die Wurzel im Herbst. Sie hat einen sehr bitteren Geschmack.
Inhaltsstoffe sind der Bitterstoff Intybin, Glykoside, Kautschuk, Fettsubstanzen, Eiweiss, Mineralsalze, Vitamine B, C, P, K, Aminosäuren und Kohlenhydrate.
Auch hier täglich 4-6 grosse Tassen Aufguss aus folgender Mischung: Wegwarte, Borretsch, Gemeiner Erdrauch und Löwenzahn: 20 g jeder Pflanze auf 1 Liter siedendes Wasser, 10 Minuten ziehen lassen.

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