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Die Maja entwickelten im vorkolumbianischen Mittelamerika eine Kultur, die mit Fug und Recht als Hochkultur bezeichnet werden kann. Ihre Blüte hatte sie in einem Zeitraum von lange v. Chr., bis weit ins 16. Jahrhundert hinein.
Diese Kultur bestand aus vielen einzelnen Stadtstaaten. Die Überbleibsel verschwundener Städte können wir heute noch im Urwald sehen.
Die Menschen waren Meister in der Keramikkunst, besassen ein komplexes Götterpantheon - und als einzige in Mittelamerika entwickelten sie ein vollständiges Schriftsystem, sowie ein umfassendes Kalenderwesen:
Die Kultur der Maya.
Die Maya lebten auf dem Staatsgebiet des heutigen Guatemala, sowie Belitze und in Chiapas, einem mexikanischen Bundesstaat, sowie im Westen von Honduras und El Salvador. Ihr Land umfasste
35 000 km2 und hatte somit die Grösse der heutigen Bundesrepublik Deutschland.
Die Ausdehnung des Landes von Norden nach Süden betrug etwa 900 km2 , mit einer Breite von maximal 550 km2.
Heutige Archäologen teilen das Gebiet in drei Teile ein: Nord-, Zentral- und Südzone.
Diese Einteilung wurde aufgrund der ökologischen Unterschiede und den häufig sich daraus ergebenden Unterschieden im Baustil getroffen.
Zentral im Nordteil liegt die Halbinsel Yucatan, auf der Städte des sogenannten Puuc- oder Bec-Stils liegen. Dieses eintönige Tafelland besteht im Norden aus blossem Kalkkarst. Nur langsam geht er Richtung Süden in Dolinenkarst und in der Puuc-Region in Kuppenkarst über.
Im Süden steigt auch endlich die Höhe an, wenn auch nur auf 20 - 30 Kilometer über dem Meeresspiegel und nur gemächlich. Im Kalkboden versickert das Regenwasser recht schnell oberirdisch und die Maya mussten sich nach den Cenotes, den Eintsurzdolinen, richten, die mit Grundwasser gefüllt sind. Ihre Tiefe nimmt Richtung Landesinnere zu.
An der 50 km hohen Steilstufe zur Sierra de Ticul, ein weiteres, nach Süden hin geöffnetes Becken in einhundert Metern über dem Meeresspiegel, endet das flache Land. Yucatan liegt im tropisch heissen Tiefland und das Pflanzenwachstum ist sehr von der Menge und Verteilung des Regens abhängig.
Im Sommer finden wir hier ausgedehnte Gras- und Strauchsteppen vor, doch weiter zur Zentralzone hin, stossen wir vermehrt auf Trockenwälder und schliesslich gar auf Regenwälder.
Der Peten-Distrikt und Belize, sowie das Becken des Rio Usumacinta und das bereits an die Südzone angrenzende Becken des Rio Matagua gehören zur Zentralzone. Heute erscheint dieses mit tropischen Regenwald bedeckte Gebiet menschenfeindlich.
Die ersten oberirdischen Flüsse finden wir endlich beim Übergang der Nord- in die Zentralzone. Durch den Passatwind wird das Kernland der tropischen Zentralregion mit reichhaltigem Regen versorgt, der für die üppige Regenwaldvegetation verantwortlich ist.
Das Hochland Südguatemalas und der gebirgige Teil El Salvadors gehören zur Südzone. Hier finden wir die Vulkanketten der Sierra Madre Occidental und dazwischenliegende kleine Beckenlandschaften vor. Bergketten, die bis zu 4000 Kilometer hoch sind, sind hier keine Seltenheit. Durch die Höhe ergibt sich ein gemässigtes Klima. Der Boden ist, bedingt durch den vulkanischen Ursprung, recht fruchtbar.
Die Maya-Geschichte wird heute in drei Epochen unterteilt: Präklassik, Klassik und Postklassik. Zur Prä-Klassik gehört der Zeitraum von 2600 v. Chr. bis 2500 n.Chr. Sie beginnt mit dem Übergang von der Sammelwirtschaft zum Feldbau, wozu man den Grab- und Pflanzstock benutzte. Die Maya wurden nun sesshaft und stellten erste Töpfererzeugnisse her.
Am Ende der Periode legte man erste Zeremonialzentren, steinerne Bauten und Stelen an.
Man unterteilt die Präklassik in die Frühe Präklassik (2600 v. Chr. - 900 v. Chr.), Mittlere Präklassik (900- 400 v. Chr.), Späte Präklassik (400 v. Chr,. - 250n. Chr.) und Protoklassik (100 - 250 v-. Chr.)
In der frühen Präklassik entstand der Warenaustausch, in der mittleren Präklassik blühte der überregionale Handel mit Obsidian und Jade auf und in der späten Präklassik wurden Be- und Entwässerungskanäle, sowie Terrassenfelder angelegt; das Königtum und die Hieroglyphenschrift entstanden. In der Zeit der Protoklassik entstanden Zeremonialzentren mit erhöhten Plattformen und Pyramiden.
Die Klassik bezeichnet die Periode des Aufstiegs und Verfalls der meisten Städte im Tiefland.
Sie wird in die Frühklassik (250 - 600 n. Chr.), Spätklassik (600 - 800 n. Chr.) und Endklassik (800 - 900 n. Chr.) eingeteilt.
Die Frühklassik zeichnet sich durch, von der, im Hochland von Mexiko gelegenen Stadt Teotihuacan ausgehenden, kulturelle, wirtschaftliche und politische Einflüsse aus. Die Handelsbeziehungen, die von der Maya-Stadt Kaminalyuyú ausgingen, reichten bis Tikal hinaus.
Gegen Ende des 6. Jahrhunderts ging Teotihuacan unter. Die, mit diesen Handelsverbindungen verbundenen, kulturellen Ausstrahlungen lockerten sich nun.
Die Spätklassik beginnt mit einer Phase der Stagnation, auf die eine erneute Blütezeit der Maya folgte. Nun nahmen die Städte im Tiefland grössere Ausmasse an. Die Baukunst blühte auf.
In der Zeit der Endklassik (800 - 900 n. Chr.) begann der Niedergang der Maya-Kultur. Die Städte wurden verlassen.
Der Grund dafür ist nicht genau bekannt. Man diskutiert Umweltprobleme, Überbevölkerung und soziale Spannungen.
Die Postklassik setzte im Jahr 900 n.Chr. ein und dauerte bis 1543 n. Chr. In der Übergangszeit zwischen der Klassik und Postklassik erhielten die Städte der Puuc-Region durch eine Verschiebung der Bevölkerung einen Auftrieb und neue Städte, wie Chichén-Itzá entstanden.
Stelen wurden nun weitaus weniger aufgestellt, als in den vorangegangenen Perioden und starke Fremdeinflüsse beeinflussten die Postklassik, die in die Frühe Postklassik (900 - 1200 n. Chr.), die Späte Postklassik und die Kolonialzeit ab 1542 eingeteilt wird.
Während der Frühen Postklassik drangen die Itzà, eine stark mexikanische geprägte, militante Mayagruppe, vom Osten her in die Halbinsel ein. In diese Zeit fällt die Gründung Chichén Itzás durch die militanten Maya.
Mit dieser Gruppe kamen in Architektur und Kunst mexikanische Einflüsse auf, wie man besonders gut in Chichén Itzá sehen kann.
Die Itzá dehnten mit der Zeit ihre Macht aus - um 1000 n. Chr. waren sie die führende Macht auf der Halbinsel. Von nun an regierten Sippen und Städtebünde, anstelle von Königen.
Der Übergang zur späten Postklassik wird durch den Sieg der Mayapán über sie charakterisiert.
Bis zu ihrem Untergang 1451 n. Chr. übernahm Mayapán die Oberherrschaft, Chichén Itzà wurde nun verlassen und die Itzá zogen sich ins Tiefland zurück, wo sie eine neue Stadt - Tayasal - gründeten.
Die Kolonialzeit ab 1542 wurde durch die Eroberung Yucatans und der Gründung Meridas eingeläutet.
Aufsehen erregt heute noch die beeindruckende Baukunst der Maya. Dieser Baukunst ging eine lange Entwicklung von der einfachen Holzhütte, bis zu den grossen, steinernen Zeremonialzentren in einem Zeitraum von nur 200 Jahren voraus.
Wie bei den alten Ägyptern, spielten auch bei den Maya Pyramiden eine grosse Rolle. Sie bauten Pyramidenstümpfe, auf deren Gipfelplateau Hochtempel standen.
Sie haben oft einen rechteckigen Grundriss oder aber komplexere Formen, wie Ovale. An den Aussenseiten sind Treppen angebracht, über die die Hochtempel zu erreichen sind.
Beim Bau dieser Pyramiden brachten die Maya ein erstaunliches Geschick auf. Die Pyramidenbauteile waren oft mit Schmuckelementen verziert. Auf den älteren finden wir häufig riesige Venusmaken, die das ganze Bauwerk bedecken.
Später wurden auch die Treppen verziert. In Copán finden wir die längste Inschrift aus der Mayazeit.
Die zentrale Stufenpyramide, die aus dem 6. Jh. stammen und bis zum 13. Jh. kontinuierlich weiterentwickelt worden sein soll, ist dem Gott Kukulkan (Quezalcoatl) gewidmet.
Wie bei den Sonnenpyramiden in Teotihuacan auch, sind die Hauptachsen bewusst nach Nordosten und Nordwesten verschoben. Die Pyramide wurden so geschickt in den Durchgang der Sonne zur Zeit der Herbst-Tag und Nachtgleiche gebaut, dass zu dieser Zeit an der Westseite des nördlichen Tempels Muster aus Licht und Schatten entstehen, wie die Weltreisenden und Buchautoren Graham Hancock und Santa Faiia vor Ort beobachten konnten.
Je tiefer die Sonne sank, desto mehr wurde ein Muster von der nordwestlichen Kante der Stufenpyramide projiziert: eine sich windende Schlange, mit sieben Windungen aus Schatten, die von sieben Dreiecken aus Licht umrissen werden. Der Schwanz reichte bis an die Pyramidenspitze, der Licht- und Schattenkörper glitt an der Seitenwand der Treppe hinunter, bis zum Fuss der Pyramide. Ein grosser, in Stein gehauener Schlangenkopf mit aufgerissenem Maul machte die Illusion perfekt. Dies ist nur ein Beispiel dafür, dass in Chichén Itzá einst eine fortschrittliche, geodätische und astronomische Wissenschaft betrieben wurde.
Wann diese Wissenschaft tatsächlich erstmals angewandt wurde, ist nicht belegbar, denn der Tempel von Kukulkan steht, wie die Pyramiden von Teotihuacan, auf einem früheren Bauwerk, das mit derselben Ausrichtung an der gleichen Stelle stand. Von ihr ist freilich kaum noch etwas erhalten.
Nicht nur die Architektur und die Astronomiekenntnisse der Maya geben Rätsel auf - mit der Mathematik verhält es sich ähnlich.
Schon 2000 Jahre bevor in Europa höhere Mathematik betrieben wurde, führten die Maya arithmetische Rechnungen aus. Sie nutzen nicht, wie heute ein Dezimal-, sondern ein Vegisimal - oder Zwanzigersystem.
Ein weiteres wichtige Element für die höhere Mathematik - die Null - war den Maya bereits mehr als ein Jahrhundert früher, als in der neuen Welt bekannt.
Eine andere, bestaunenswerte Leistung der Maya ist deren Kalendersystem. Lange dauerte es, bis man das Grundgerüst für dieses System entdeckt hat. Es an dieser Stelle zu beschreiben, würde den Rahmen dieses Artikels sprengen, allenfalls sei bemerkt, dass der Kalender aus verschiedenen Zyklen und Grosszyklen besteht.
Schwierigkeiten gab (und gibt) es beim Korrelieren der Zeiten im Maya-Kalender, mit den Daten seines Gregorianischen Pendants - unseres Kalenders.
Allgemein akzeptiert wird heute diese sogenannte Thompson-Korrelation nach dem Maya-Forscher Sir Eric S. Thompson. Nach ihr fällt das Nulljahr des Maya-Kalenders auf den 11. August des Jahres -3133.
Der Grosszyklus endet am 21. Dezember 2012. (Für diese Zeit werden von mancherlei Propheten eine Reihe von Katastrophen oder gar der Weltuntergang prophezeit.)
Seltsamerweise nennen manche Autoren, die sich auf die Thompson-Korrelation berufen, den
13. August des Jahres -3114 als das exakte Null-Datum und das Ende des Maya-Kalenders wird mancherorts auf den 22. Dezember 2012 gelegt. Geht die Welt also erst einen Tag später unter? Nein, das ist natürlich nicht unsere Frage. Vorausgesagte „Weltuntergänge“ sind bereits so häufig ereignislos verlaufen, dass auch diese Prophezeiung relativ gegenstandslos zu sein scheint.
Wichtiger sind folgende Fragen:
1. Wenn man sich so sicher ist, dass die Thompson-Relation richtig ist, warum gibt es dann so viele Unklarheiten? Wieso legen andere Forscher das Null-Jahr der Maya auf den 3. April des Jahres -2593 oder auf den 16. Juni des Jahres -3391? Ist die Korrelation am Ende doch nicht so sicher? Es heisst, dass „die Thompson-Korrelation von allen Daten am besten gestützt“ wird. Aus diesem Grunde wird sie heute favorisiert.
2. Welchen Grund hatten die Maya, gerade diesen Tag (einen der beiden aus der Thompson-Korrelation resultierenden) als Nulldatum zu setzen? Schliesslich reicht dieser weit über ihre eigenen Vergangenheit hinaus.
Zur zweiten Frage wird manchmal darauf verwiesen, dass der 12. August des Jahres -3114 als die „Geburt der Venus“ bezeichnet würde. Weiter besagt eine These, dass es an Mitternacht vom 17. auf den 18. Februar des Jahres 3100 v. Chr. eine Konjunktion aller sichtbaren Planeten im Widder gegeben haben soll. Dies wird bei der Diskussion des Hindu-Kalenders erwähnt.
Das genannte Datum liegt relativ nahe am Jahr -3114. Dazu müssten die Mayas jedoch von dem Ereignis gewusst haben und es bleibt immer noch eine Differenz von 14 Jahren oder auch weniger, denn es ist schwierig, ein genaues Datum einer solchen Konstellation zu fixieren.
Manche Maya-Forscher glauben, dass die Maya erstaunlicherweise die Fähigkeit der Berechnung der Bahnen der Planeten besassen und, dass die Maya sogar die Periode der Präzession des Frühlingspunktes (ca. 25 627, die ziemlich genau fünf bestimmte Zyklen des Mayakalenders entsprechen) kannten.
Der Autor der Seite http://serendipity.nofaz.com/hermetic/cal_stud/maya/chap2g.htm rät dazu, diese Behauptungen genau zu prüfen und schreibt, dass es verführerisch sei, anzunehmen, dass die Maya im Besitz esoterischen Wissens waren.
Hierzu ist es interessant zu erwähnen, dass der Autor Adrian Gilbert, der sich lange mit dem Maya-Thema befasst hat, zu der Erkenntnis kommt, dass die Maya von einer Kultur beeinflusst worden sein müssten, die aus dem Osten, dem Atlantishen Ozean (Atlantis?), kam. Überlieferungen legten dies nahe.
So ähnelten beispielsweise etliche Traditionen rechts und links des Ozeans einander sehr - der Pyramidenbau ist nur ein Beispiel dafür.
Auch Überlieferungen der Maya von einer Sintflut und einer Wassergöttin deutet Gilbert in diese Richtung. Wieder fehlt hier der Platz, um genauer auf diese interessante These einzugehen. Kamen einst Überlebende aus der legendären versunkenen Insel ins Maya-Land und brachten ihr Wissen mit?
Die Frage nach dem Null-Datum scheint noch nicht restlos geklärt, auch wenn die Thompson-Korrelation heute meist akzeptiert wird.
Vielleicht ist aber auch die Antwort auf die oben gestellten Fragen ganz einfach: Bezugnehmend auf den Astronomen Robert Henseling schrieb der, mittlerweile verstorbene, Atlantis-Forscher
Otto H. Muck, im Jahr 1956, dass am 5. Juni des Jahres - 8498 eine unheilvolle Konstellation aus Venus, Erde und Mond bestand, die die Bahn eines, sich der Erde näherten Asteroiden noch näher Richtung Erde gekrümmt hätte.
Muck hatte vorher bereits ermittelt, dass es in den Jahren um —9000, vermutlich etwas später, zu einer riesigen Katastrophe im Atlantik gekommen sei, die auf einen einschlagenden Himmelskörper zurückzuführen war.
Er glaubte, den Zeitpunkt der Katastrophe auf o.g. Datum fixiert zu haben und war überzeugt davon, dass an diesem Tag Atlantis unterging und die Nachfahren der, im Maya-Land gestrandeten, ehemaligen Bewohner der versunkenen Insel den Tag des Untergang ihres Heimatlandes zum Null-Tag ihres Kalenders machten.
Stammt das enorme Wissen der Maya am Ende aus Atlantis?
Quellen und Literaturhinweise:
Gilbert, Adrian, Cotterell, Maurice: Die Prophezeiungen der Maya. München 1998
Hancock, Graham und Faiia Santha: Spiegel des Himmels. München 1998
Horn, Roland M.: Erinnerungen aus Atlantis. Lübeck 1999
Muck, Otto H.: Atlantis. Die Welt vor der Sintflut. Olten 1956
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