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DIE TRADITIONELLE THAI-HEILMASSAGE
2005-06-02

Entgegen der Annahme stammt diese Massagetechnik nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Thailand.

Die historischen Wurzeln liegen in einem buddhistischen Kloster in Nordindien.

Aus diesem Kloster stammen auch die Elemente der indischen Ayurvedischen Medizin. Dennoch wird die Massage in Thailand noch heute auf breitester Basis auf öffentlichen Plätzen, am Strand oder in buddhistischen Tempeln ausgeübt.

Christopher Maas weiss mehr darüber.

Wer nur als Zuschauer mitverfolgt hat, wie eine solche Massage gegeben wird, kann sich wahrscheinlich nicht vorstellen, dass die traditionelle Thai-Massage wohltuend und erfrischend ist. Wenn der Masseur mit seinem ganzen Gewicht auf dem Körper des Klienten herumtrampelt und die Glieder akrobatisch verrenkt und drückt, erscheint dies manchem Europäer wie eine Folterkammer.

Dieser Eindruck verschwindet jedoch sehr schnell, wenn man sich selbst eine traditionelle Thai-Massage geben lässt. Man empfindet das Gewicht des Masseurs nicht als Last, sondern, als Wohltat.

Die akrobatisch scheinenden Verrenkungen sind in Wahrheit eine harmonische Abfolge von Muskel- und Körperbewegungen, die an der natürlichen Beweglichkeit des Klienten die Grenzen finden.

Ähnlich dem Yoga geht die Thai-Massage nie über die Schmerzgrenze hinaus. Der Masseur achtet sehr exakt auf den Widerstand des mehr oder weniger trainierten Körpers.

So richtet sich die Intensität der Massage nur nach dem Wohlgefühl des Klienten.

Der Beginn der traditionellen Thai-Massage ähnelt in der Technik dem Shiatsu.

Die Meridiane werden durch Druck massiert, wobei der Masseur seine besondere Aufmerksamkeit den Akupunkturpunkten schenkt.

Über den genauen Verlauf der Energiebahnen gibt es in der Literatur und auch bei den verschiedenen Masseuren unterschiedliche Meinungen, doch weichen diese nicht sehr voneinander ab.

Bis 1988 wurde das uralte Wissen der Asiaten von den empirischen Wissenschaften noch abgelehnt. Erst dann ist es gelungen, durch den Einsatz von hochempfindlichen Geräten die Existenz der Energiebahnen, Meridiane genannt, zu beweisen.

Dieses unsichtbare Energiesystem hält unser ganzheitliches Leben in ständiger Bewegung.

Es ist weder sicht-, noch greifbar und meist für den Masseur auch nur dann tastbar, wenn Blockaden vorhanden sind. Diese Stellen fühlen sich an, als ob unter den Fingern eine Luftblase sitzt, die unter dem massierenden Druck aufplatzt.

Intuition, Gefühl und die persönliche Erfahrung des Masseurs ist bei allen asiatischen Massage-Techniken besonders wichtig. Empfindsamkeit und sensible Einfühlung in die psychischen Abläufe beim Klienten tragen viel zum Erfolg der Massagen bei.

Vom Klienten selbst braucht es weder einen besonderen Glauben an das unsichtbare Energiesystem, noch eine esoterische Überzeugung. Die Thai-Massage schenkt ihm, ob er daran glaubt oder nicht, neben der Harmonisierung der Lebensenergie, ein körperliches Wohlbefinden und ein Gefühl von ganzheitlicher Entspannung.

Eine Massagebehandlung trägt dazu bei, die, in uns allen wohnenden, Heilkräfte zu mobilisieren, die Energien zu harmonisieren und auszugleichen.

Dadurch wird die Lebenskraft gesteigert.

Vor allem für sportliche und bewegliche Menschen ist die traditionelle Thai-Heilmassage empfehlenswert. Wer die wohltuende Wirkung dieser Massage kennen gelernt hat, möchte sie kaum mehr missen.

Die ganz besondere Technik der Massage, die auf einer Matte am Boden ausgeübt wird und nicht mit unseren bekannten Techniken zu vergleichen ist, erfordert nicht nur vom Klienten, sondern besonders vom Masseur eine grosse Bewegungsfähigkeit.

Sie gleicht in der harmonischen Abfolge einem orientalischen Tanz. Wie bei einem Tanz verbindet sich die aktive Bewegung des Masseurs, mit der passiven Bewegung des Klienten und verbindet sich in einem symbiotischen Ganzen.

Die Grundlage der traditionellen Thai-Massage basiert, wie bei allen asiatischen Massage-Techniken, auf den Energiebahnen, den Meridianen, die sich über den ganzen Körper verteilen. Wenn es in diesen Bahnen zu Blockaden kommt oder zuviel oder zu wenig Energie fliesst, kommt es zu einem Ungleichgewicht der Körperfunktionen.

Diese Disharmonie zeigt sich nach aussen durch schleichende oder chronische Krankheiten, die häufig erst nach langer Zeit erkannt werden. Durch die Druckmassage und die fliessenden Bewegungen der Thai-Massage wird das Zuviel oder Zuwenig des Energieflusses angeregt oder verringert und dadurch wird ein ausgeglichenes Energiesystem erreicht und die Blockaden werden mit der Zeit aufgelöst.

Die traditionelle-Thai-Heilmassage ist nicht erst sinnvoll, wenn der Körper bereits erste Vorboten einer Krankheit zeigt, sondern soll vor allem dem gesunden Menschen dazu dienen, seine Gesundheit zu bewahren.

Durch die Harmonisierung der Energieflüsse können viele Krankheiten verhindert werden. Körper, Seele und Geist werden gleichermassen positiv beeinflusst und das Yin und Yang-Prinzip erreicht ein ausgeglichenes, harmonisches Gleichgewicht.

Durch regelmässige Massagen, sei es das Shiatsu oder die, leider wenig verbreitete Technik der traditionellen Thai-Massage, könnte die Gesundheits-Prophylaxe in sinnvoller Weise erweitert und ergänzt werden.

Es versteht sich von selbst, dass keine Massage bei einer ernsthaften Krankheit den Arzt ersetzen kann.

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