Navigation
Berater finden
Berater des Tages
Artikel
(geboren am 15.Mai 1820 in Florenz – gestorben am 13.August 1910 in London)
Der Philantrop Henry Dunant (1828- 1910), Gründer des Roten Kreuzes (22.8.1864) schrieb:
„Sicher bin ich der Gründer des Roten Kreuzes und der Schöpfer der Genfer Konvention, nur die Ehre, die mir zuteil wird, habe ich mit einer Frau zu teilen. Diese Frau war für mich Vorbild und Motivation auf dem Schlachtfeld von Solverino in Italien den Verwundeten zu helfen. Die Engländerin Florence Nightingale hat mir durch ihren selbstlosen Einsatz in den Lazaretten des Krimkriegs ( 1853- 1856) vorgezeigt, was zu tun ist.“ (Zitat Ende)
Tochter wohlhabender Eltern, eine dem Stande entsprechende Erziehung, intelligent, als schöne junge Frau von heiratswilligen Bewerbern umschwärmt – Florennce hatte als gläubige Christin aber nur einen Wunsch: Sie wollte Krankenschwester werden.
Es dauerte Jahre, bis sich ihre Eltern mit der Berufswahl abgefunden hatten und sie, wenn auch nur inoffiziell, unterstützten. In verschiedenen Krankenhäusern in London und Edinburgh holte sie sich Praxis, nach der Ausbildung arbeitete sie in einem Diakonissenhaus. Auslandaufenthalte in Frankreich und Deutschland, vor allem in Paris und in der Nähe von Düsseldorf, vervollständigten ihr Wissen.
In der Harley-Street in London errichtete sie eine eigene Krankenanstalt. Ihr Arbeitseifer und ihr Organisations- und Führungstalent machten in London Kunde.
Im September 1853, bzw. März 1854 erklärte das Osmanische Reich mit seinen Verbündeten England und Frankreich, Russland den Krieg.
Tausende von Kriegsverwundeten waren in allen Lagern zu beklagen. Den Engländern, wie den Türken fehlten sanitätstechnische Einrichtungen, Ärzte und Pflegepersonal.
Nach einem aufsehenerregenden Bericht in der „Times“ über die katastrophale Lage in dem Kriegsgebiet, schlug der damalige Kriegsminister Sydney Herbert vor, Florence solle die sanitäre Pflege organisieren. Durch die gute Ausbildung bei den Barmherzigen Schwestern in Paris und der Diakonissenanstalt Kaiserwerth war sie für eine solche Aufgabe bestens vorbereitet.
Am 4.Oktober 1854 traf Florence, zusammen mit 38 Krankenschwestern, in Skutari ein.
In den folgenden Monaten vervollständigte sie die Gruppe mit weiteren freiwilligen Schwestern und Helferinnen. Die Pflege der Soldaten erfolgte unter den primitivsten Bedingungen und wurde durch eine Choleraepidemie noch erschwert. Die Organisation war überwältigend, trotz der, zum Teil massiven Widerstände der Lazarettärzte.
Täglich wurden bis 4000 Verwundete gepflegt und behandelt. Menschenwürdige Unterkünfte und Lazarette sorgten dafür, dass man die Epidemien einigermassen in den Griff bekam.
Gegen Ende des Krimkrieges erkrankte Florence selbst an der gefürchteten Cholera und musste nach England zurück. Vom Krankenbett aus entwarf sie Pläne für zivile und militärische Krankenpflege.
Sie veröffentlichte Ihre Erfahrungen in den „Notes of Hospital“ und die pflegerischen Grundsätze in „Notes on nursing“ (1859/60). Unter dem Titel „Ratgeber für Gesundheits- und Krankenpflege“ erschien im selben Jahr das letztere sogar auf deutsch.
Mit einer gross angelegten Geldsammlung durfte sie am St.Thomas Hospital in London am
15. Juni 1860 die „Nightingale Training School for Nurses“ eröffnen. Es handelte sich hierbei um die erste Schwesternschule in England, die unter ärztlicher Anleitung und den modernsten wissenschaftlichen Erkenntnissen der damaligen Zeit unterrichtete und ausbildete.
Krankenpflege wurde in der Folge als Lehrberuf anerkannt zum Leidwesen einiger Ärzte, die Krankenschwestern als „ dumme, schmutzige und geile Hühner titulierten, deren Ausbildung sich nicht lohne“.
Als erste Frau erhielt Florence im Jahr 1907 vom englischen König den Orden „für hohe Verdienste um das Britische Reich“ überreicht. Im Alter von 88 Jahren wurde sie Ehrenbürgerin der Stadt London und als Heldin gefeiert.
Am 13.8.1910 verstarb Florence in dem hohen Alter von 90 Jahren und 3 Monaten. Im selben Jahr verschied auch ihr grosser Verehrer Henri Dunant mit 82 Jahren.
Als „Lady with the lamp“, die Dame mit der Lampe, wird sie oft dargestellt und ist so über alle Grenzen hinaus bekannt geworden, als die Begründerin und Organisatorin der britischen Krankenpflege.
Ein schwer verwundeter Soldat in Üsküdar beschrieb sie als „Schatten der Hoffnung“:
„Wir lagen zu Hunderten, erblickten den Lichtschatten ihrer Lampe. Es war tröstlich, sie auch nur vorbeigehen zu sehen. Mancher empfing ein Lächeln oder ein freundlich Wort, dies konnte sie aber nicht bei allen tun. Wir waren schon glücklich, nur den Schatten zu küssen, der uns die Hoffnung brachte.“
Emanuel Xeron Waldes




