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NATURHEILKUNDE UND KINDER
2009-01-07

Psychische Verhaltensänderungen bei Kindern machen den Eltern in den meisten Fällen schwer zu schaffen. Zur Sorge kommt Unsicherheit, da sie oftmals nicht so recht wissen, wie sie mit ihrem plötzlich so veränderten Kind umgehen sollen.
Vielleicht kann Ihnen Daniel Trappitsch ein wenig von dieser Unsicherheit nehmen.

POS (Psycho Organisches Syndrom), HKS (hyperkinetische Syndrom) oder Hyperaktivität

Kinder mit einem hyperkinetischem Syndrom fallen überall aus dem Rahmen, nicht nur in der Schule, sondern meist auch im häuslichen Milieu und im sozialen Umfeld. Sie bereiten Eltern, Erziehern, Umwelt und nicht zuletzt sich selbst erhebliche Schwierigkeiten.

Wenn folgende Dinge auffallen, sollte man an das Krankheitsbild denken:
• Extreme Hyperaktivität (motorische Unruhe)
• Übermässige Impulsivität (Wutausbrüche, vermehrte Reizbarkeit)
• Vermehrte Ablenkbarkeit
• Übermässiges Störverhalten
• Auffallende Langsamkeit bei der Aufgabenlösung
• Frustrationsintoleranz
• Auffallende Diskrepanz zwischen der offenkundigen Intelligenz und der Leistung

Nicht alle genannten Verhaltensauffälligkeiten müssen nebeneinander bestehen und ebenso wenig müssen alle Auffälligkeiten gleich stark ausgeprägt sein. Die grosse Variation in Qualität und Quantität des Erscheinungsbildes macht es schwierig, diese kombinierte Verhaltensstörung einzuschätzen.
Um sich ein Bild machen zu können, wie sich dieses Symptom in den einzelnen Lebensabschnitten äussert, hier eine kurze Beschreibung.

Säuglingsalter:
Die Kinder schreien ungewöhnlich viel, ausdauernd und besonders schrill und sind in ununterbrochener Bewegung. Sie sind meist quengelig, reizbar, werden schnell wütend und schätzen körperlichen Kontakt wenig.
Nie wirken sie entspannt, meist missmutig und unzufrieden und sorgen für Schlafstörungen der Eltern.
Wenn diese mit ihnen schmusen wollen, schmiegen sie sich nicht an.

Kleinkindalter:
Meist besteht eine ausgeprägte Trotzphase. Typisch ist eine Erprobungsphase, die für die Umwelt besonders strapaziös ist. Die Eltern berichten, dass das Kind die Fähigkeit habe, aus jeder Situation ein "Happening" zu machen, d.h. alles, was es in die Hände bekommt, wird zerlegt und im Vorbeigehen um- oder ausgeschüttet oder in einer Weise damit verfahren, dass es speziell sinnwidrig ist und für die Eltern in Arbeit ausartet.
Sinnvolles, konstruktives Spielen entwickelt sich kaum, die Spiele sind vor allem destruktiv und chaotisch. Das Kind läuft häufig weg, klettert über den Zaun und läuft auf die Strasse, gefährdet sich selbst.
All diese Dinge treten bei anderen Kindern auch auf, aber nicht so im Übermass.


Schulalter:
Wenn das Kind in die Schule kommt, werden die Anforderungen erheblich grösser. Es soll sich in die Klassengemeinschaft integrieren und bestimmte Spielregeln akzeptieren lernen.
Genau da liegt das Problem: In der Zweierbeziehung können einfache Regeln noch akzeptiert und verstanden werden, doch handelt es sich um eine Gruppe und sollen strengere Regeln, wie sie für die meisten Spiele ja gelten, eingehalten werden, so ist es nicht mehr möglich.
Das Kind versucht, die Regeln nach seinem Geschmack zu ändern und wenn die anderen nicht mitmachen, gibt es Spannung und Streit.
Bereits nach kurzer Zeit kommt es zur Ablehnung durch die Kameraden, weil sie nicht bereit sind, den Herrschaftsansprüchen eines Kindes zu folgen und sie selbst sollen die gültigen Spielregeln akzeptieren.

Adoleszentenalter:
Bei vielen POS-Kindern tritt die Pubertät später auf, als bei den Gleichaltrigen. Das passt zu ihrer psychischen Reifungsverzögerung.
Dann aber erscheinen alle Probleme der Vorpubertät und Pubertät in verstärktem Masse. Die Ablehnung der Umwelt ist durch das erheblich gestörte Selbstwertgefühl stärker, als üblich. Die Schwierigkeiten und Streitigkeiten mit den Eltern, der Widerspruchsgeist im Ablösungsversuch von der Familie, nehmen Formen an, die unerträglich werden. Oft besteht Selbstgefährdung, tiefe Depression, bis hin zu Selbstmordgedanken, Neigung zu Asozialität, Kriminalität und Drogensucht und immer wieder kleinkindhafte Verhaltensweisen.
Aus der Hyperaktivität wird jetzt häufig eine "Nullbock"-Mentalität d.h. sie haben keinerlei Interesse eine begonnene Aufgabe zu Ende zu führen.

Die oben beschriebenen Beispiele sind vielleicht etwas überspitzt. Es müssen nicht alle Punkte zutreffen. Es sollte so aber für die Eltern möglich sein, festzustellen, ob das Kind an POS, ADS oder einfach gesagt an Hyperaktivität leiden könnte.
Es gibt heute bereits sehr gute Therapieansätze. Zu nennen sind hier der Heilpädagogische Dienst oder eine Kampfkunstart, die keine Wettkämpfe im Programm hat. Wettkämpfe, vor allem verlorene Kämpfe, können das Kind noch mehr in die Problematik stossen.
Als sehr empfehlenswert hat sich hier das Shinson Hapkido gezeigt, welches in einigen europäischen Ländern erlernt werden kann.
Der Heilpraktiker geht dieses Problem konstitutionell an. So ist es nicht möglich, hier Heilmittel zu nennen.

Schlafstörungen

Der Schlaf ist nicht nur für Kinder, sondern auch für Erwachsene ein wichtiger Punkt der Regeneration. Erholsamer Schlaf trägt stark zum guten Allgemeinzustand bei.
Die Qualität des Schlafes ist der Länge vorzuziehen. Man kann auch zu lange schlafen.
Schlafstörungen können mit natürlichen Heilmittel gut angegangen werden.

• Beim Kind findet man vor allem Unruhe und Aufgetriebenheit, die es nicht schlafen lässt. Hier kann Phosphorus D6 cum flor. Malvae 5 %, gegen 16 bis 17 Uhr helfen.
• Wenn ein Kind abends nicht abschalten kann, d.h. sich im Bett dreht und den Schlaf nicht findet, kann, gegen 18 Uhr, Phosphorus D25 helfen.
• Ein altes Einschlafmittel ist das Zuckerwasser vor dem Schlafen gehen.
• Auch bei Kindern, die ein zu starkes Wachsein zeigen, kann man mit anthroposophischen Mitteln helfen. Hier ist besonders Bryophyllum argento cultum angezeigt.
• Bei der nächtlichen Angst spricht man das Kind am besten mit Stramonium D6 an.
• Sulfur D6 kann helfen, wenn ein Kind oder auch Erwachsene sofort einschlafen, dann aber wieder erwachen und kaum mehr einschlafen können.
• Das Aufwachen immer zur selben Zeit kann auf ein organischen Geschehen hinweisen, das durch den Heilpraktiker abgeklärt werden sollte.

Der Familierat

Es gibt immer mehr Familien, die sich einen Abend pro Monat oder gar pro Woche für den Familienrat reservieren.
An diesem Abend sitzt die ganze Familie an einem Tisch. Alle Familiemitglieder haben nun die Möglichkeit, ihre Sorgen und Probleme offen darzulegen.
Alle Familiemitglieder sind gleichwertig. Der Vater hat nicht mehr zu sagen als die anderen!
Die Probleme werden ernsthaft diskutiert und gemeinsam wird nach einer Lösung gesucht. Dies bedarf natürlich einer ganzen Menge Disziplin, vor allem der Eltern, da auch Kritik seitens der Kinder angenommen werden sollte.
Solche Familienratsitzungen helfen, Probleme, die die Kinder nicht selbst lösen können, frühzeitig zu erfassen, bevor sie zu einem wirklichen Problem heranwachsen. Ausserdem stärken sie den Respekt voreinander.

Weitere Einflüsse

Zu erwähnen sei an dieser Stelle noch, dass noch weitere Einflüsse auf das Kind einwirken können, auf die es dann z.B. mit Angst, Unruhe oder Schlaflosigkeit reagiert.
Zu nennen seien hier Erdstrahlen, Elektrosmog oder Wasseradern. Versuchen Sie es auch einmal, mit Bett umstellen oder einfach das Kind um 180° im Bett drehen.
Sollte dies nicht die erhoffte Wirkung bringen, lassen Sie einen Radiologen kommen, der Ihnen die Wohnung entstört.

Chemische Medikamente

Es würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen, wenn hier auch nur die wichtigsten Kinder-Psychopharmaka aufgezählt würden. Dennoch haben wir in der letzten Zeit anhand von Ritalin einen Anschauungsunterricht erhalten, wie Eltern sich wehren, wenn ihr Kind schon längere Zeit damit behandelt wurde und entsprechende Nebenwirkungen aufgetreten sind.
Grundsätzlich ist bei chemischen Psychopharmaka zu sagen, dass diese die Probleme der Menschen nicht lösen, sondern sie nur unterdrücken.
Die meisten Probleme kommen spätestens nach dem Absetzten, sofern dies noch möglich ist, wieder.

Abschliessend möchte ich noch erwähnen, dass es für Eltern niemals leicht ist, psychische Veränderungen bei ihrem Kind zu akzeptieren. Dennoch ist damit nicht zu spassen.
Lassen Sie im Zweifelsfall ihr Kind untersuchen, aber werden Sie nicht panisch.
Hören Sie auf Ihr Gefühl und Ihre innere Stimme.

Daniel Trappitsch

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