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zu dem Begriff „Nase“ gibt es eine ganze Reihe Sprichworte.
Wir stellen Ihnen die geläufigsten vor und machen wieder, wenn es für das Verständnis notwendig und sofern es überhaupt bekannt ist, Angaben zu deren Herkunft.
Hier nun die geläufigsten Redewendungen zu dem Begriff „Nase“:
„Jemandem passt/gefällt jemandes Nase nicht“: Jemand kann jemanden nicht leiden. Er ist ihm unsympathisch und er missfällt ihm.
„Die Nase zu tief ins Glas stecken“: Mehr Alkohol trinken, als man verträgt. Sich betrinken.
„Die Nase über jemanden/über etwas rümpfen“: Jemanden/etwas gering schätzen. Auf jemanden/etwas verächtlich herabsehen. Dieser Spruch bezieht sich auf das Krausziehen der Nase. Sie überträgt die äussere Reaktion auf die innere Haltung der Ablehnung.
„Die richtige Nase haben/eine gute Nase für etwas haben“: Etwas richtig voraussehen, also schon im Voraus ahnen, was geschieht. Aber auch: Etwas ausfindig machen; einen besonderen Spürsinn für etwas haben und etwas richtig einschätzen. Diese Redewendung kommt ursprünglich aus der Jägersprache und bezog sich dort auf den Spürsinn des Jagdhundes, dessen feine Nase rechtzeitig das Wild wittert.
„Seine Nase im Wind haben“: Progressiv sein, bzw. einen „Riecher“ für das Aktuelle besitzen.
„Dass du die Nase im Gesicht behältst!“: So ruft man jemandem zu, der vor Überraschung oder ähnlichem ausser Fassung zu geraten droht.
„Von jemandem/von etwas die Nase gestrichen voll haben“: Jemandes/einer Sache überdrüssig sein und nichts mehr davon wissen wollen. Für die Herkunft dieser Redewendung gibt es zwei Erklärungen. Erstens: Man geht davon aus, dass bei bestimmten Reaktionen die Nasenschleimhäute allergisch anschwellen und Schleim absondern. Zweitens: Sie ist auf die Gaunersprache zurückzuführen, denn in manchen Gefängnissen bekamen die Gefangenen früher bei Strafverschärfung eins über die Nase gehauen.
„Die Nase vorn haben“: Den Sieg, den Erfolg davontragen. Diese Redewendung stammt ursprünglich aus dem Pferdesport.
„Eine Nasenlänge voraus sein“: Knapp der erste in einem sportlichen, geschäftlichen oder gesellschaftlichen Wettbewerb sein. Aber auch: Immer cleverer, erfolgreicher, etc., als andere sein.
„Die Nase hoch tragen“: Eingebildet sein.
„Seine Nase überall hineinstecken“: Sich unbefugter- oder neugierigerweise um alles kümmern, vor allem um Dinge, die einen gar nichts angehen.
„Die Nase in ein Buch stecken“: Ein Buch lesen oder auch fleissig lernen.
„Sich eine goldene Nase verdienen“: Sehr viel Geld verdienen und dadurch sehr reich werden; ein lukratives Geschäft machen und unerwartet hohen Profit erzielen.
„Jemandem eine lange Nase machen“: Jemanden verspotten und auslachen. Diese Redewendung bezieht sich auf die Spottgebärde, bei der man mit gespreizten Händen die Nase verlängert.
„Sich an die eigene Nase fassen“: Selbsterkenntnis üben und sich um die eigenen Schwächen und Fehler kümmern. Sich seine Schuld eingestehen und sich einsichtig und selbstkritisch verhalten. Aber auch: Sich Selbstvorwürfe machen. Diese Redewendung geht auf einen alten, normannischen Rechtsbrauch zurück. Wer einen anderen beleidigt hatte, der musste sich beim öffentlichen Widerruf der Beleidigung, vor seinen Richtern, mit der Hand an die Nase fassen.
„Jemanden an der Nase herumführen“: Jemanden täuschen und irreführen. Jemanden nach den eigenen Vorstellungen und Vergnügen lenken; mit jemandem mutwillig oder willkürlich umgehen; jemanden verulken; jemanden mit trügerischen Hoffnungen erfüllen und jemanden mit falschen Versprechungen hinhalten. Diese Redewendung bezieht sich darauf, dass früher Tierbändiger oder Schausteller, vor allem ihre Tanzbären, aber auch andere Tiere an einem Nasenring führten, um sie völlig in der Gewalt zu haben und sie so herumgeführt haben, wie es ihnen gefallen hat.
„Jemandem etwas an der Nase/Nasenspitze ansehen“: Jemandem etwas an seiner Miene ablesen.
Diese Redewendung bezieht sich darauf, dass das Aussehen der Nasenspitze (Blässe oder Rötung) auf den Gesundheits- oder Gemütszustand eines Menschen schliessen lässt.
„Eins auf die Nase bekommen“: Prügel bekommen oder zurechtgewiesen werden.
„Auf die Nase fallen“: Einen Misserfolg haben.
„Auf der Nase liegen“: Krank sein.
„Jemandem etwas auf die Nase binden“: Jemandem etwas erzählen. Meist ist es etwas, was eigentlich nicht für ihn bestimmt ist. Jemandem etwas weismachen und jemanden veralbern. Aber auch: Jemanden betrügen und jemanden, auf eine neugierige Frage hin, scharf abweisen. Die Redewendung spielt darauf an, dass sich die Nase in unmittelbarer Nähe der Augen befindet. Man kann also genau erkennen, was einem „auf die Nase gebunden“ wurde.
„Jemandem auf der Nase herumtanzen“: Mit jemandem machen, was man will und sich mit ihm alles erlauben bzw. dessen Gutmütigkeit ausnutzen. Auch bei dieser Redewendung wird die Nähe der Nase zu den Augen genutzt. Wer jemandem „auf der Nase herumtanzt“, der tut unter den Augen des Betreffenden, was er will. Sie kommt ursprünglich daher, dass kleine Kinder, den Erwachsenen ungestraft im Gesicht und an der Nase herumspielen.
„Jemanden mit der Nase auf etwas stossen“: Jemanden deutlich auf etwas hinweisen.
„Immer mit der Nase vorneweg sein“: Vorwitzig sein.
„Nicht nach jemandes Nase sein“: Jemandem nicht gefallen. Die Nase, als Sitz des Geruchsinns, bestimmt beispielsweise bei Speisen, ob man etwas mag oder nicht. Die Redewendung verallgemeinert diesen Sachverhalt.
„Jemandem etwas unter die Nase reiben“: Jemandem wegen etwas ernste Vorhaltungen machen bzw. jemandem etwas Unangenehmes unverblümt sagen und deutlich zu verstehen geben.
Diese Redewendung bezieht sich darauf, das man jemandem etwas, dessen Geruch er genau wahrnehmen soll, dicht unter die Nase hält und hin- und herbewegt. Die Nase ist besonders empfindlich. Und: So wie jemand sich nicht gern, einen, vielleicht auch noch übel riechenden Gegenstand unter die Nase reiben lässt, so will er auch nicht an einen Fehler erinnert werden.
„Jemanden vor die Nase gesetzt bekommen“: Jemanden zum Vorgesetzten bekommen.
„Jemandem etwas vor der Nase wegschnappen“: Etwas schnell an sich bringen, bevor es ein anderer erlangen kann. Diese Redewendung stammt aus dem Tierreich, wo ein Tier dem anderen oft einen zugeworfenen Bissen wegschnappt.
„Jemandem vor der Nase wegfahren“: Abfahren, kurz bevor jemand das Fahrzeug erreicht.
„Etwas vor der Nase haben“: Etwas in unmittelbarer Nähe haben.
„Seine Nase in alle Töpfe stecken“: Sehr neugierig sein bzw. sich überall einmischen. In dieser Redewendung ist mit „Topf“ der Kochtopf gemeint, in den man schaut, um herauszufinden, was es zu essen gibt.
„Sich den Wind um die Nase wehen lassen“: Die Welt und das Leben kennen lernen.
„Jemandem jedes Wort einzeln aus der Nase ziehen müssen“: Nur mühsam und nach und nach Auskünfte von jemandem erhalten.
„Jemandem die Würmer aus der Nase ziehen“: Jemandem etwas sehr mühsam, durch hartnäckiges Fragen entlocken. Diese Wendung erklärt sich aus der alten Volksmedizin: Man glaubte, dass Krankheiten von wurmförmigen Dämonen verursacht werden. Quacksalber behaupteten im
17. Jahrhundert, sie könnten depressive Menschen heilen, indem sie ihnen den „Gehirnwurm“ aus der Nase ziehen.
„Jemand ist nase“: Jemand hat das Nachsehen. Vor allem in Berlin wird diese Redewendung, die dort „Ick bin neese“ heisst, sehr häufig verwendet. Um die Rechtsansprüche der verschiedenen Sippenmitglieder, der sogenannten „Mâgen“, zu regeln, wurden in der alten germanischen Rechtsordnung die einzelnen Verwandtschaftsgrade nach Körpergliedern bezeichnet. Dabei gingen die „Nasen mâgen“ bei Erbteilungen leer aus, weil sie zu den entfernten Verwandten zählten.
„Die Nase hoch tragen“: Hochmütig, hochnäsig sein.
„Mit einer langen Nase abziehen“: Beleidigt weggehen.
„Alle naselang“: Fortwährend, jeden Augenblick, kurz hintereinander. Die Länge der Nase, als Bild für eine sehr kurze, räumliche Entfernung, wird hier auf den zeitlichen Bereich übertragen
„Jemand ist naseweis“: Jemand ist vorlaut. Früher war diese Redensart eine Anerkennung für den Hund, der mit seiner Nase die Spur weist.
„Die Nase kriegt Junge“: Auf der Nase bilden sich Warzen oder ähnliches.
„Sie haben Nas’ auf Mund gelegen“: Sie haben miteinander Geschlechtsverkehr gehabt.
„Unter der Nase gut zu Fuss sein“: Redegewandt und schlagfertig sein.
„Schnell unter der Nase sein“: Viel reden. Aber auch: Schnell essen.
„Sich einen Knopf in die Nase machen“: Sich etwas merken.
„Jemand hat dreimal hier gerufen, als die Nasen verteilt wurden“: Jemand hat eine extrem grosse, dicke oder sehr lange Nase.
„Etwas für ein Nasenwasser kaufen“: Etwas für einen geringen Betrag erwerben.
„Du bist wohl auf der Nase gegangen?“: Diese Frage stellt man scherzhaft, wenn sich jemand durch einen Stoss oder Fall die Nase verletzt hat.
„Jemandem die Nase wischen“: Jemanden tadeln.
„Sich selber die Nase durchschneiden“: Seinen eigenen Verwandten oder Landsleuten etwas Schlechtes nachsagen.
„Immer der Nase nach gehen“: Immer geradeaus gehen.




