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Die asiatischen Massagen sind allgemein mit den bei uns ausgeübten Techniken, nicht vergleichbar. Im asiatischen Raum werden Körper, Seele und Geist, als eine untrennbare Einheit betrachtet. Die Massagen behandeln den ganzen Menschen, sind demzufolge nicht nur wohltuend und entspannend für den Körper, sondern wirken auf einer tieferen Ebene auch regulierend und ausgleichend für Geist und Seele.
Shiatsu ist gleichzeitig eine sehr alte und eine sehr junge Kunst. Die Massage-Technik ist im Verlauf der letzten 100 Jahre in Japan entstanden. In dieser, relativ kurzen Zeit seiner Entstehung hat Shiatsu eine rasche Entwicklung durchgemacht, in deren Verlauf sich mehrere Massagemethoden herausgebildet haben.
Nach dem 2. Weltkrieg wurde es auch im Westen als Zen-Shiatsu bekannt. Das Zen-Shiatsu arbeitet mit den Meridianen, jenen Strömen der Lebensenergie in unserem Körper, deren Behandlung seit Jahrtausenden die Grundlage der Akupunktur und Akupressur ist.
Die Meridiane bilden an der Oberfläche und in den Tiefen des Körpers ein weitverzweigtes und vernetztes System von Energiekanälen.
Allem, was existiert, liegt eine Kraft zugrunde. Diese Kraft wird in Japan als Ki bezeichnet. Im Westen ist dieses Wort mit Energie übersetzt worden.
Die Meridiane führen die Lebensenergie zu allen Teilen und Organen und in jede Körperzelle. Ihre Behandlung ist die Grundlage für Shiatsu. Wenn im Zusammenhang mit Shiatsu von Energie geredet wird, ist damit das Ki, die Lebensenergie des Menschen, gemeint, das ununterbrochen unseren geistigen, seelischen und physischen Körper regeneriert und weiterentwickelt. Energie ist elementare Existenz und ihr zugrunde liegt nichts ausser Tao.
Das Tao ist der endgültige Ursprung aller Dinge, die eigentliche Ursache, die sich mit Worten nicht beschreiben und mit logischem Denken nicht erfassen lässt.
Im Westen sprechen wir vom göttlichen Ursprung aller Dinge, was das Tao am besten erklärt. Die „Lebensenergie“ befindet sich in unserem Körper am „rechten Ort“, ist ständig in Bewegung und verändert sich unablässig. Dabei unterliegt sie dem dynamischen Prinzip von Yin und Yang, das ebenso, wie die Energie selbst, unmittelbarer Ausdruck des Tao ist.
Yin und Yang beschreiben die zwei Seiten einer Medaille. Das heisst, alles was ist, besitzt auch ein Gegenstück und nur zusammen bilden sie eine Einheit oder ein Ganzes. Etwas Dunkles gibt es nur, weil es auch Helles gibt. Und der Tag wird durch die Nacht erst möglich.
Anders, als in der Akupunktur spielen im Zen-Shiatsu die einzelnen, in Büchern genau beschriebenen Akupunkturpunkte keine grosse Rolle. Um den Fluss der Lebenskraft zu unterstützen, behandelt die Druckmassage den ganzen Verlauf der einzelnen Meridiane.
Den Strom in den Meridianen verstehen wir als Fluss der universalen Lebensenergie. Ein ungehinderter Strom bedeutet dabei seelisches, geistiges und körperliches Wohlbefinden. Blockaden des Energieflusses entstehen, wenn wir Teile unserer Seele oder unseres Körpers dem Fluss der universellen Lebensenergie verschliessen.
In der Folge stagniert an gewissen Stellen unsere Weiterentwicklung auf allen Ebenen und es entstehen Blockaden im Energiefluss, die sich früher oder später durch seelische oder körperliche Beschwerden bemerkbar machen können.
Persönliche Stagnation bedeutet, dass die Art zu leben, zu denken und zu fühlen bestimmte Anteile der Persönlichkeit nicht zulässt oder andere zu sehr hervorhebt. Dadurch entsteht ein Ungleichgewicht.
Hier kann Shiatsu eine hervorragende Hilfe sein, die blockierten Energien zu lösen.
Durch die Druckmassage des Shiatsu entlang der Meridiane, wird die Lebensenergie mobilisiert, stimuliert, harmonisiert und ermöglicht den unbehinderten Fluss.
Der körperliche Schmerz, wie er in einer Shiatsu-Behandlung auftreten kann, ist immer auch Ausdruck eines seelischen Schmerzes. Er weist darauf hin, dass hier ein Bereich ist, den wir über längere Zeit vernachlässigt haben und nun vermehrt beachten müssen. Der Energiestrom ist unterbrochen oder blockiert. Seine Freisetzung durch Massage kann schmerzhaft sein, bedeutet aber einen wichtigen Entwicklungsschritt.
Shiatsu vermag die Stagnation nicht nur aufzulösen, sondern kann durch regelmässige Verabreichung den Menschen auf dem weiteren Weg begleiten und unterstützen. Wenn wir die Bedeutung von Wachstum und Weiterentwicklung erkannt haben, ist Shiatsu gerade dann wertvoll, wenn wir gesund sind. Es dient der Aufrechterhaltung von Gesundheit und Lebensfreude.
Shiatsu ist aber auch eine Methode zur Behandlung von Krankheit und Linderung von Leiden. Oft wird es leider erst dann in Anspruch genommen, wenn langandauernde oder ausgeprägte Behinderung im Fluss der Lebensenergie, bereits zu Schmerzen geführt haben.
Shiatsu kann zur Linderung von akuten Beschwerden, wie Kopf- oder Rückenschmerzen, Menstruationsschmerzen, Magenprobleme, aber auch chronische Müdigkeit, innere Unruhe oder Nervosität eingesetzt werden.
Durch den Druck auf die Energiebahnen durch Shiatsu, nimmt man die Staus auch in der Tiefe wahr und sie werden zunächst auf der unbewussten Ebene aufgelöst.
Regelmässiges Shiatsu kann, zusammen mit einer bewussten Lebensführung, viel dazu beitragen, chronische und schwere Krankheiten zu lindern, die Ursachen zu verstehen und damit erträglicher oder sogar überflüssig zu machen.
Shiatsu kann bei ernsthaften Beschwerden den Besuch beim Arzt nicht ersetzen und darf nicht angewendet werden bei schweren psychischen Erkrankungen, ansteckenden Krankheiten und nur mit besonderer Vorsicht bei älteren Menschen.
To be continued …




