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Viele Menschen fühlen sich in unserer heutigen Zeit fast schon verpflichtet, irgendein soziales Amt zu übernehmen, sind sich aber selbst nicht ganz im Klaren darüber, warum sie dieses Bedürfnis verspüren.
Aurarium ist der Sache auf den Grund gegangen.
Volontariat und Solidarität sind Begriffe, deren Bedeutung, unserer Meinung nach, oft ausgenutzt werden.
Man „füllt sich den Mund“ damit, aber es ist eine Tatsache, dass der Egoismus, der Materialismus und der Individualismus häufig überwiegen.
Man vergisst, dass die Solidarität schon im Kreis der eigenen Familie oder am Arbeitsplatz anfangen und sich nach Aussen vergrössern kann.
Man denkt nicht daran, mit den untersten Sozialklassen, mit den Ausgestossenen, aber auch mit verlassenen Hunden, mit streunenden Katzen, mit alten Leuten, mit Aidskranken oder Drogenabhängigen, mit Behinderten oder Asylanten in Kontakt zu treten. Dies sind Realitäten, die uns stören können, die unserem Frieden, unserer „Ruhe“ und unserem „Pseudo-Wohlstand“ schaden könnten.
Deswegen vergisst man in diesem Bereich die Solidarität sehr schnell.
Wörtlich verstanden ist das Volontariat eine Aktion, die zum Teil von sozialen Ämtern oder auch von Privaten ausgeführt wird, um die Lebensqualität der bedürftigen Bevölkerung zu verbessern, die materielle oder psychologische Unterstützung braucht. Als Beispiel können wir zwei weltweit anerkannte, internationale Organisationen nennen, die UNO und das Rote Kreuz.
Dieses Phänomen hat in den letzten Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts sicher einen ausserordentlichen Boom hervorgerufen oder, besser gesagt, einen Einsatz von Personen, der wächst und wächst, um an einen, nicht unbedeutenden, Punkt von regelrechten sozialen Angelegenheiten zu kommen.
Es werden strukturelle, soziologische Studien, wie beispielsweise Motivationsanalysen durchgeführt, die Interessierte an diesen Erfahrungsbereich heranführen sollen, verschiedene Methoden, einen dazu bringen, sich mit sich selbst auseinander zu setzen und einen Weg einzuschlagen, der, je nach Sektor, den man sich aussucht, auch unbeschreitbar werden kann für Menschen, die charakterlich nicht darauf vorbereitet sind, diese Art von Problemen anzupacken: Drogen, Alkoholismus und Ausgrenzungen, mit all seinen verschiedenen Seiten.
Probleme, die wir mit den Jahre immer klarer sehen und berühren können und, die regelrechte soziale Übel geworden sind, da sie einen Kontrast zu der Entwicklungsevolution und der Wohlstandsgesellschaft im zwanzigsten Jahrhundert bilden.
Man fragt sich, was all diese Menschen dazu bringt, sich einzusetzen oder an Projekten von Volontariat und sozialer Zusammenarbeit teilzunehmen.
Ich glaube grundsätzlich, dass die meisten dieser Leute, mittels Ihrem sozialen Einsatz versuchen, vor allem sich selbst zu verstehen, konkrete Tatsachen erfüllen möchten und die tiefste Seele des Menschen, die, ohne Zweifel, grundsätzlich „gut“ ist, abstauben wollen.
Zudem ist es möglich, dass in unserer hektischen Zivilisation, die immer mehr auf die materielle Bereicherung drängt, vielleicht kein anderes Ventil mehr bleibt, als einer Gruppe von Freiwilligen und Solidarischen anzugehören und durch diese gewisse Regeln und die eigenen Werte der Menschen, wieder herzustellen.
Eine andere Alternative wäre die, dass der Individualismus, der Egoismus und das Strebertum uns eingeschärft worden sind, als einziges Mittel, durch das wir in dieser Gesellschaft bestehen können. Eine Gesellschaft, die sich leider wenig um Gefühle, Prinzipien und Selbstlosigkeit kümmert, aber eine Situation aus Verlorenheit und spiritueller Armut kreiert hat.
Dies bedeutet, dass nicht jeder zu sozialen Kontakten, die vielleicht einmal den Menschen ausgezeichnet haben, bereit ist.
An diesem, doch recht traurigen Punkt angelangt, ist eines der effizientesten Mittel, wieder Positivität in die Gesellschaft zu bringen, das soziale Volontariat, durch das man sich heilen kann, indem man dem Nächsten hilft. Dies ist schliesslich auch die Grundidee und der Zweck.
Man kann sich selbst helfen und man kann dieses Wohlbefinden wiedererlangen, diese Seelenleichtigkeit, die man sonst komplett zu verlieren riskiert.
Sehen wir es als eine friedliche Rebellion unserer Seelen, als eine Ablehnung dieser verschlossenen Gesellschaft, die steril ist vor der Liebe - für sich, wie für den Nächsten.
Was gibt es Schöneres, als sich nützlich zu fühlen, sei es für einen verlassenen Hund oder einen Landstreicher oder für alte Leute, die in Schwierigkeiten sind.
Wichtig ist ausserdem, sich auszusprechen, die eigenen Grenzen wiederzuerkennen, sich mit grösseren und oft unbekannten Problemen zu konfrontieren und zu entdecken, dass man für jemanden, den man nicht einmal richtig kennt, wichtig ist.
Wenn dies nicht der Grund wäre, welche andere Motivation könnte es sein, die uns dazu bringt, unsere wenige Freizeit zu belegen, die uns Arbeit, Studium, Familie und andere Verpflichtungen noch lassen?
Warum nicht einkaufen gehen, ins Fitnesscenter, geringfügigere und weniger introspektive Freizeitbeschäftigungen ausführen?
Eine Hoffnungsbotschaft: Ist in den letzten Generationen ein neuer Wunsch nach Werten, nach Treue und vielleicht nach ein bisschen christlicher, ein wenig verweltlichter Nächstenliebe gewachsen?
P.S.: Ich möchte eine Antwort zitieren, die ein Zen Mönch einer westlichen Journalistin während eines Interviews gegeben hat:
Frage: Momentan leben wir in einer Epoche von grosser Dekadenz, sei es im Westen wie auch im Orient — Glauben Sie, dass die Zivilisation sich retten kann?
Antwort: Ja, ich glaube, dass die Zivilisation sich rettet und, dass der Mensch besser wird. Was schlecht ist, wird sich verändern — alles ist sehr schwierig im Moment, aber alles wird sich verändern, ich bin sicher. Eine neue Zivilisation wird geboren.




