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WILLKOMMEN IN DER DRACULA & CO KG
2009-05-01

Von Vampiren zu sprechen ist ausserordentlich schwierig, da es über dieses Thema soviel Material gibt, dass man darüber eine Enzyklopädie verfassen könnte.
Die Geschichte der Vampire begann zusammen mit der Geschichte der Menschheit und hält bis heute an.
Dieses unheimliche Phänomen ist in der Erinnerung der Menschen, eingebrannt in ihre Köpfe, bekannt geworden durch Überlieferungen.
Unser freier Mitarbeiter Sergio Levi hat sich als “Vampirforscher” betätigt und vermittelt Ihnen einen Eindruck über die blutsaugenden Wesen der Nacht.

Zeugenaussagen über die Existenz von vampirähnlichen Wesen erreichten uns schon aus den antiken Zivilisationen der Caldei, Ägypter, Babylonier und Assyrer, der südamerikanischen Mayas, und auch die antiken Chinesen und Inder wussten über vampirähnliche Wesen zu berichten.
Mit den Griechen, aber vor allem mit den Römern, die, dank der Grösse ihrer Imperien, mit vielen verschiedenen Zivilisationen in Kontakt kamen, kamen diese Wesen nach Europa.
Die alten Griechen und Römer nannten die vampirähnlichen Wesen “Lamia”.
Hierbei handelte es sich um - meist weibliche - Geister, die sich nicht darauf beschränkten, das Blut ihrer Opfer auszusaugen, sondern ihnen sogar das Fleisch regelrecht zerfrassen.
Man erkannte sie an ihrem schlangenähnlichen Aussehen an den unteren Gliedmassen ihrer Körper. Allerdings konnte man sich mit gewöhnlichen Waffen gegen sie zur Wehr setzen.

Der Vampir, wie wir ihn heute verstehen - als Kombination zwischen Wiedergänger und Blutsauger - tauchte wohl erstmals im Bereich Bulgariens und des heutigen Rumäniens auf.
Der Glaube an diese Kreaturen ist dort bereits seit einigen Jahrhunderten tief verwurzelt.
Die Geschichte nahm seinen Lauf und zu Beginn des 15. Jahrhunderts finden wir den Vampir schlechthin: “Graf Dracula”.
In Nürnberg, dem Sitz des kaiserlichen Reichstages, fand am 8. Februar 1431 eine Versammlung aller Adeligen Valacchi statt.
In Gegenwart von Kaiser Sigismund von Luxemburg, wird Vladimir II. die Herrschaft über Valacchia gewährt, hier drin inbegriffen ist auch das Gebiet Transylvanien.
Bei dieser Gelegenheit schenkt Kaiser Sigismund Vladimir II. ein Medaillon, das einen Drachen mit gespreizten Flügeln, vier geöffneten Krallen, einem halbgeöffneten Rachen und einem gespaltenem Rücken darstellt. Der Drache kniet vor einem Doppelkreuz, was als Zeichen des Sieges Jesu Christi über die Kräfte des Bösen galt.

Eine der ersten Amtshandlungen von Vladimir II. war es, Münzen zu prägen.
Er reproduzierte den Drachen des Medaillons. Dies war der Ursprung des Namens Dracula. Die Münze wurde als Draculea bezeichnet.
In der rumänischen Sprache hat das Wort “Drac” die Bedeutung von Drachen oder Dämon, während “ul” die Bedeutung eines Artikels hat, das “a” eine Verkleinerungsform ist und das abschliessende “ea” “Sohn” bedeutet.
Zusammengesetzt ergibt sich somit die Bedeutung: “Sohn des Drachens”.
Da “Drac” nicht nur “Drache”, sondern auch “Teufel” bedeutet, kann man Dracula allerdings auch als “Sohn des Teufels” übersetzen.
Im Dezember des Jahres 1431, in der Stadt von Sighisoara, Hauptstadt von Transylvanien, wurde der zweite Sohn von Vladimir II. geboren und Vladimir III. - der eigentliche Dracula - getauft,

Vladimir III. hatte kein leichtes Leben.
Als sehr junger Mann wurde er von den Türken in Gefangenschaft genommen und musste in deren Armee kämpfen, bis es ihm gelang, zu flüchten.
Am 22. August 1456 kam er in den Besitz der väterlichen Güter. Zu gleicher Zeit wurde am Himmel Europas das Vorbeiziehen eines Kometen beobachtet.
Ein solches Ereignis wurde damals als böses Vorzeichen angesehen.
Vladimir III. war da ganz anderer Meinung und zur Erinnerung an dieses Naturschauspiel, befahl er der Münzstätte, der Münze des Drachens einen Kometen zuzufügen.

Vladimir III. erwies sich als grosser Prinz, als brillanter Politiker und tüchtiger Soldat. Er wurde unflexibel und erbarmungslos mit jedem Feind, derer er reichlich hatte.
Ausserhalb seines Reichs waren es die Türken, die drohten, Wien zu erobern. Sie gaben
Vladimir III. den Übernamen “Tepes” (sprich: Tsepesch), bzw. “Imperator”.
Die Bezeichnung “Imperator” beweist uns, dass die Gefangenen äusserst schlecht behandelt wurden.
Genaugenommen bedeutet der Begriff „Tepes“ nämlich “Der Pfähler”.
Extreme Grausamkeiten waren es, die Vlad diesen Beinamen eingebracht hatten. Der “Imperator” hatte die Angewohnheit, Feinde, unliebsame Personen und auch Menschen, die ihm unangenehm auffielen oder etwas Dummes sagten, bei lebendigem Leibe auf Pfähle aufzuspiessen – eine Technik, die er während seiner Gefangenschaft bei den Türken erlernt hatte.

Vladimirs gefährlichste Feinde waren diejenigen, die ihm am nächsten standen.
Sein eigener Bruder, Vladimir Culugarul (Vladimir, der Mönch) und sein Cousin Dan Cel Tanar (Dan, der Junge) zettelten eine Verschwörung an, um die Macht des Fürstentums umzukippen.
Ein anderer Verwandter, sein Schwager Matei Corvin, war es schliesslich, der ihn verhaftete und für zehn Jahre als Gefangenen in Visegard, in der Nähe der Stadt Buda, einschloss.
Im Jahre 1476 kam Vladimir III. auf den Thron zurück. Dies hatte er dem Einsatz des Prinzen von Moldavien, Stefano, dem Grossen, aus der Republik Venedig und Papst Sixtus IV. zu verdanken. Ein weiterer Verbündeter von Vladimir III. war Prinz Steven Bathory, von dem wir später noch mehr erfahren werden.
Aber der Stern von Vladimir III. war bereits am Untergehen. Nur wenige Monate danach wurde er in der Stadt von Snagov von Laiota Basarab ermordet.
Laiota Basarab kam danach an die Macht.

Obwohl es eine ganze Menge ziemlich merkwürdige Legenden gibt, die sich um Vlad Tepes ranken, gibt es keine Hinweise darauf, dass er irgend etwas mit Vampirismus zu tun hatte, auch wenn er in zwei Quellen als blutdürstig beschrieben wird.
„Bram Stoker“, der Autor des Romans Dracula, hat ihn später wohl mehr oder weniger zufällig ausgewählt, um ihn zum Vampir werden zu lassen.

Papst Pius II., ein grosser Verehrer von Vladimir III., sagte über ihn:
“Er war schön, gross und stark, geboren um eine Armee zu leiten. Er war aber auch ein Intellektueller; die perfekte Verkörperung des ganzen Mannes der Wiedergeburt”.

Aber bleiben wir in Transylvanien und lassen ein paar Jahre verstreichen.
1560 war das Geburtsjahr der berühmtesten Vampirin der Geschichte: Gräfin Elizabeth Bathory.
Die Bathorys waren eine grosse und vornehme Familie. Das Oberhaupt dieser Familie war König Steven von Polen (1575 – 1586), er war ein Cousin von Gräfin Elisabeth und erster Minister des ungarischen Reiches.
Im Alter von 15 Jahren heiratet Elizabeth den Grafen Ferencz Nasdasdy, der 11 Jahre älter war, als sie und übersiedelt nach Ungarn, in die Grafschaft von Nyitra, in das Schloss von Csejthe.
Mit einem Ehemann, der sich immer im Krieg befindet, verbringt Gräfin Elizabeth ihre Zeit in der Gesellschaft ihres persönlichen Dieners, Thoro, der sie überzeugen kann, sich der okkulten Kunst zu widmen.
Später läuft sie ihrem Mann mit einer finsteren Gestalt davon, kehrt aber wieder zurück und Graf Ferencz Nasdasdy verzeiht ihr.
Bei ihrer Rückkehr aber beginnt sie damit, mit Hilfe ihrer Amme Iloona Joo, die Diener zu foltern Diese Grausamkeiten führt sie weiter bis zum Tode ihres Ehemannes im Jahre 1600.
Elizabeth ist besessen von der Angst, altern zu müssen, weiss aber nicht, wie sie den Alterungsprozess aufhalten könnte.
Ganz zufällig glaubt sie, die Entdeckung gemacht zu haben.

Als eine junge Dienerin ihr Haar kämmt und ihr dieses, ohne es zu wollen, etwas zu fest zieht, verprügelt Elisabeth die unglückliche Dienerin so grausam, dass diese schliesslich blutet.
Auf Elisabeths Hand tropft ein wenig Blut und nun glaubt sie, das Elixier von Jugendlichkeit gefunden zu haben.
Zu der schon erwähnten Komplizin, Elisabeths Amme, kommen noch zwei Zauberer hinzu, Darvula und Dorottya Szentes, die sich an den Schandtaten von Elizabeth beteiligten.

Viele Mädchen kamen damals in das Schloss von Cseijthe, angelockt von dem Versprechen, eine Arbeit zu bekommen. Diese waren aber nichts anderes, als der Blutnachschub für das Bad der Gräfin.
Eines Tages aber schaffte es eines der Opfer zu fliehen und benachrichtigte die Behörden, die auf Befehl von König Mathias von Ungarn einen Cousin von Elizabeth beauftragten, das Schloss anzugreifen.
Dies geschah am 30. Dezember 1610. Hierzu die Beschreibung der Behörden, was sie im Inneren des Schlosses vorgefunden hatten:

In der Mitte des Salons wurden die Körper von zwei Mädchen aufgefunden, die eine tot, völlig blutleer, die andere zwar noch lebend, aber der Körper übersät mit Löchern.
Im Untergeschoss des Schlosses wurden über 30 Mädchen, in Zellen eingeschlossen und die Leichen von über 50 Opfern gefunden.
Natürlich wurde auch die Badewanne gefunden, in der die Gräfin ihre Waschungen vorzunehmen pflegte. Sie war voller Blut.
Die Gräfin wurde - ebenso wie ihre Mittäter - verhaftet und in der Stadt Bitcse wurde ihnen der Prozess gemacht und die anschliessenden Urteile vollstreckt.
Die beiden Hexer wurden lebendig verbrannt, die anderen Komplizen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt, vorher aber enthauptet.

Die Gräfin Elizabeth Bathory selbst wurde lebendig in ihrem Zimmer eingemauert, in dem nur ein winziges Loch zum Durchreichen der Mahlzeiten gelassen wurde.
Die Wächter bemerkten ihren Tod im Jahre 1614.
Es ist interessant, dass sowohl auf dem Wappen der Vladimiri, als auch auf dem der Bathory, ein Drache erscheint.

Dieser Fluss von Blut artete derartig aus, dass in Osteuropa bis zum Jahre 1800 Prozesse gegen Vampire durchgeführt wurden.
Die Toten kehrten zu den Lebendigen zurück und wollten nur eines: Blut.
Man kann heute noch über Untersuchungen und Gerichtsverfahren lesen, die diese Fälle behandelten.
Einmal überzeugt, wer der Vampir war, befahlen die Richter die Exhumierung des Sarges, der selbst Jahre nach dem Begräbnis noch vollständige Körper enthielt.
Das Blut in den Venen war noch flüssig und die Vampire konnten nur auf eine einzige Art endgültig getötet werden:
Durchbohrung des Herzen mittels eines Holzpflocks.
Man erzählt sich, dass bei diesen Handlungen die Salmen, bzw. die Vampire, einen eisigen Schrei ausstiessen. Hinterher wurden sie geköpft und verbrannt.


Im 18. Jahrhundert gab es eine regelrechte Flut von Vampirfällen im Osten Europas.
Arnold Paole war ein Soldat in Medvegia an der serbisch-ungarischen Grenze. An einem Tag des Jahres 1732 starb Paole beim Sturz von einem Heuwagen und zwanzig oder dreissig Tage nach seinem Sturz, berichteten mehrere Menschen, ihn gesehen zu haben.
Schliesslich starben vier Leute, die Paole nahegestanden hatten, plötzlich und überraschend (typische Symptome waren Schreie, heftiges Zittern, Stechen in der Brust, Angst und ein Alptraum von einem wiederkehrenden Toten), und nun erinnerte man sich daran, dass er zu Lebzeiten einmal erzählt hatte, er sei in der türkisch-serbischen Grenze von einem Vampir gebissen worden.
Er glaubte jedoch, sich vor der Ansteckung dadurch gerettet zu haben, dass er Erde vom Grab des Vampirs gegessen und sich mit dessen Blut eingerieben hatte, was als Heilmittel galt.

So wurde er 40 Tage nach seinem Tode ausgegraben. Dabei stellte man fest, dass sich der Leichnam nicht im Zustand der Verwesung befand. Stattdessen war er rot angelaufen und Haare und Bart waren gewachsen. Ausserdem war ihm die Haut abgefallen und eine neue war ihm gewachsen.
Der ganze Sarg war mit frischem Blut verschmiert, das ihm aus Augen, Nase, Mund und Ohren floss.
Daraufhin stiess man ihm einen Pfahl durchs Herz, wobei er laut vernehmlich aufschrie und stark aus dem Herzen blutete.
Dann verbrannte man den Leichnam und verstreute seine Asche im Sarg.
Selbiges tat man mit seinen vier Opfern, da man annahm, dass sie sich angesteckt hatten und nun selbst Vampire seien.

Jedoch endete damit das Sterben nicht. Fünf Jahre später starben innerhalb von drei Monaten siebzehn Menschen.
Eine Frau sagte aus, dass ihr toter Sohn eines Nachts aufgetaucht sei und versucht habe, sie zu erwürgen. Drei Tage später war sie tot.
Nun wurde eine Kommission eingesetzt, um dem Rätsel auf den Grund zu gehen. Man fand heraus, dass Arnold Paole, als er als Vampir umgegangen war, auch Schafe angefallen hatte, deren Fleisch nun verzehrt worden war.
Daraufhin wurden alle kürzlich Verstorbenen ausgegraben, und - da sie sich im selben Zustand befanden wie der Körper Paoles - gepfählt, geköpft und verbrannt.
Damit endete die Epidemie.

Ein ähnlicher Fall, der des Peter Plagojowiz, hatte bis dahin ausserhalb der Gegend um Kisolova, in der er sich ereignete, kaum für Aufsehen gesorgt.
Erst ein Zeitungsbericht über den Fall Paole sorgte dafür, dass nun eine Hysterie auch in Österreich und Deutschland hereinbrach und vor allem in Leipzig einen Gelehrtenstreit darüber entfachte, ob es Vampire überhaupt geben könne und, was sie denn nun eigentlich wären. Auch die Kirchen diskutierten heftig.
Der Wiener Gerichtsmediziner Dr. Christian Reiter,stellte nach dem Studieren der alten Berichte der Regimentsärzte eine Theorie auf, nach der es sich damals wahrscheinlich um
Milzbrand-Epidemien handelte.
Den überraschenden Zustand der Leichen erklärt er u.a. durch das Wirken von Fäulnisgasen und die Tatsache, dass ja bis dahin niemand den Verwesungsvorgang beobachtet hatte und man daher nicht wusste, was während der Verwesung alles geschieht.

Die Vampire hatten zu vollem Recht einen Platz in der Geschichte erobert, mussten aber das Jahr 1897 abwarten, um Weltberühmtheit zu erlangen.
In diesem Jahr veröffentlichte ein irischer Schriftsteller, Bram Stoker (1847-1912), sein Meisterwerk “Dracula”.
Vladimir verlässt Transsilvanien und begibt sich nach London. Er verlässt seine Renaissance- Kleidung, um Frack und Mantel zu tragen.

Dabei begann alles mit einem Traum im Jahr 1890.
Stoker, der die ersten acht Jahre seines Lebens durch eine mysteriöse Krankheit ans Bett gefesselt war, um sich plötzlich, auf ebenso mysteriöse Weise, so gut zu erholen, dass er schliesslich Athlet und Fußball-Star im Dubliner College wurde, träumte eines Nachts, dass er im Halbschlaf von drei Frauen mit spitzen Zähnen attackiert würde, bis dann ein alter Mann auftauchte und sie mit den Worten “This man belongs to me” (Dieser Mann gehört mir) zurückriss.

Dieser Traum muss Stoker sehr beschäftigt haben, denn kurz darauf entschloss er sich, einen Vampirroman zu schreiben.
Im Roman „Dracula“ können wir Stokers Traum wiederfinden.
Erst 1892 stiess Bram Stoker in Whitby/North Yorkshire in einer Bücherei zufällig in einem Buch namens „An Account of the Principalities of Wallachia ans Moldavia, with Political Observations Relative to Them“ von William Wilkinson, aus dem Jahre 1820, auf den Namen Dracula.
In dem Buch wurde kurz (und nicht immer korrekt) auf Draculas Erfolge bei den Türkenkriegen und auf seinen Namen, der laut diesem Buch „Teufel“ bedeutet, eingegangen.

Aber der Fortschritt geht weiter und die Vampire, allen voran Dracula, passen sich an.
Durch die Erfindung der Kinofilme erreichen die Vampire auch Normalsterbliche.
Hollywood hat uns unzählige Versionen von Dracula gegeben, sei es Horror, sei es Humor, hat ihn an Bord von Überseedampfern und sogar in Raumschiffen reisen lassen.

Dracula schlief in den Filmen tagsüber grundsätzlich in einem Sarg, der mit Heimaterde ausgelegt war. Bei Sonnenlicht zerfällt der Vampir zu Staub - bei Stoker war der Unterschied zwischen Tag und Nacht nur der, dass er nachts eben keine übermenschlichen Fähigkeiten hatte.
In den typischen Filmen haben Vampire kein Spiegelbild. Die Vampire, die sich nach der Legende, um fliegen zu können, in Fledermäuse verwandeln, tatsächlich gibt es blutsaugende Fledermäuse, die “Vampire” genannt werden, mussten bei Stoker noch die Erlaubnis des Bewohners einholen, um ins Haus ihrer Opfer eintreten zu dürfen - in heutigen Vampir-Filmen ist dies meist nicht mehr notwendig.
Eine christliche Variante, von der oft Gebrauch gemacht wird, ist die, dass der Vampir sich vor Kreuzen fürchtet, bzw. sich beim In- Berührung- kommen mit ihnen, verbrennt.
Ebenso soll er Knoblauchzehen meiden, so dass sich diese als Schutzmittel eignen.

Und heute, wo sind die wahren Vampire, die das Blut saugen?
Ich bin auf die Suche nach ihnen gegangen und hier sind die Resultate meiner Recherchen:
Im Frühjahr 1999 habe ich in Mailand die Ausstellung “Dracula und die Vampire” besucht. Ich muss zugeben, es war eine sehr interessante Erfahrung, vor allem die enorme Quantität von (seriösen) Büchern, die dieses Thema behandeln, hat mich beeindruckt.
Von wirklichen Vampiren aber keine Spur.

Schliesslich habe ich sie aber doch, ganz zufällig, gefunden. Nicht etwa in einem Städtchen in Transsilvanien, sondern im globalen Dorf, im Internet, dort, wo man alles findet.
Niemand hat mir gesagt, dass man sich mit Blut ernähren sollte. Mir wurde nur gesagt, man solle sich als freier Mensch fühlen, der manchmal in Kontrast mit den ethischen, sozialen Regeln, die bisweilen die Freiheit des Einzelnen einschränken, steht.
Die Vampire sind vereint in Clubs und Vereinen und um sich einzuschreiben, ist es nicht nötig, die eigene Blutgruppe zu nennen.
Ich habe auch ein Restaurant gefunden, das Spezialitäten aus Transsilvanien und vampirische Küche anbietet. Ich werde da einmal hingehen und hoffen, dass nicht ich der Tagesteller bin.


Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass die Vampire geboren worden sind, um Antwort auf eine Frage zu geben, die sich die Menschheit sich seit jeher stellt:

Was kommt nach dem Leben?

Sergio Levi (ergänzt durch R. M. Horn)

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