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Zeugungswunsch, Schwangerschaft und Geburt
2010-12-01

Der „Genmanipuloge“ würde sagen, es liegt am „Gen so und so“.
Man kann aber auch sagen, dass es einfach an den natürlichen und normalen Selbsterhaltungstrieben der Menschen oder generell der Lebewesen liegt, dass sie Nachwuchs zeugen wollen. Ganz abgesehen davon, dass nur schon die Schwangerschaft, geschweige denn die Geburt, überwältigende Erlebnisse sind.
So liegt es nicht fern, dass sich zwei Menschen, wenn sie einmal in einem bestimmten Alter sind und sich vielleicht auch schon länger kennen, plötzlich den Wunsch verspüren, Kinder zu haben.
Mit diesem Herzenswunsch gehen leider öfter auch Probleme einher, die das Paar vor auch immer wieder grössere Probleme stellen.
Von der Unfruchtbarkeit, über das Schwangerschaftserbrechen, bis hin zu Geburtskomplikationen können verschiedene Schwierigkeiten auftreten, die mit der richtigen Prävention unter Umständen verhindert oder zumindest mit naturheilkundlichen Mittel behandelt werden können.
Wichtig zu erwähnen ist an dieser Stelle, dass die Schwangerschaft keine Krankheit ist.

Unfruchtbarkeit

Was kann man aus naturheilkundlicher Sicht tun, wenn das Schwangerwerden nicht klappt?
Unfruchtbarkeit in einer Partnerschaft kann die Gemeinschaft stark belasten oder das Paar sogar auseinander bringen.
Wichtig ist deshalb, neben der Abklärung, warum keine Schwangerschaft zustande kommt, auch eine entsprechende innere Einstellung.
Dass es auf irgend eine Art höhere Mächte gibt, daran glaubt nicht nur der extreme Esoteriker. Bei dem Nichteintreten der Schwangerschaft sollte man sich einmal überlegen, ob nicht Gedanken da sind, die die Natur auf eine unbestimmte Art und Weise zwingen wollen.
Darunter fällt zum Beispiel auch der Gedanke, ich will ein Kind haben.
Wenn die Natur es vorsieht, dass Kinder kommen sollen, dann wird es so kommen. Dies klappt aber bestimmt nicht mit Zwang.

Es gibt natürlich auch physiologische Ursachen und diese können sehr verschiedenartig sein.
Einer der heute am häufigsten auftretenden Gründe, wenn die Unfruchtbarkeit bei der Frau liegt, ist die bisherige Verhütung.
Sehr oft wird die Anti-Baby-Pille über Jahre hinweg geschluckt oder es wird regelmässig die Dreimonatsspritze verabreicht.
Dass kurz nach dem Absetzen der Hormonpräparate eine Befruchtung stattfindet, ist eher unwahrscheinlich. Oft braucht der Organismus einige Zeit, um die Rückstände aus dem Körper zu schaffen und, um den Hormonhaushalt, der ja während der Jahre künstlich geregelt wurde, wieder in einen normalen Rhythmus zu bringen.
Es verwundert auch nicht, dass nach Absetzen der Hormonpräparate oftmals der Körper verrückt spielt.
Als weitere Ursachen gelten z.B. das Austrocknen der Schleimhäute,
Langzeit-Kortisongaben, zu enge Kleidungsstücke oder Schwermetallvergiftungen.
Die genaue Abklärung muss über eine entsprechende Fachperson laufen.

Bei einer Unfruchtbarkeit des Mannes können direkt und indirekt auch Hormone schuld sein. Einerseits kann die Produktion der Spermien nicht so vollzogen werden, wie dies eigentlich sein sollte.
Dann gibt es einen Grund, der die künstlich zugeführten Hormone indirekt schuldig spricht, aber heute viel zu wenig beachtet wird: Die Ausscheidung der abgebauten Hormone der Hormonpräparate im Urin.
In New York gehen Zahlen um, die besagen, dass 40% der Männer unfruchtbar sind oder zumindest eine sehr stark verringerte Zahl an lebenden Spermien vorweisen. Dies aufgrund der mehrfachen Wiederverwendung des aufbereiteten Wassers als Trinkwassers.
Auch in unseren Gegenden nimmt die Anzahl der lebenden Spermien im Sperma des Mannes ab.

Alternative Möglichkeiten bei Unfruchtbarkeit

Die beste Voraussetzung für die Entstehung und die ungestörte Entwicklung einer Schwangerschaft, ist ein intaktes und vitales Funktionieren des mütterlichen aufbauenden Leibes.
Ein schlechter Allgemeinzustand, mangelnde Genitalfunktion oder Stress und Krankheit können rein funktionell Ursache für eine Sterilität sein, ohne, dass durch die Laboranalyse ein Grund gefunden werden kann.
In erster Linie müssen also die äusseren und inneren Stressauslöser beseitigt werden.
Als nächstes muss mittels geeigneter Mittel (siehe unten) und Therapieformen (z.B. autogenes Training, Meditation, Entspannungsübungen im allgemeinen, konstitutionelle Behandlung beim Naturheilpraktiker) eine allgemeine Stärkung der Vitalität statt finden.
Allfällige toxische Belastungen müssen ebenfalls ausgeschaltet werden, z.B. durch Ausleitverfahren.
Im speziellen kann eine Konzeptionsbereitschaft durch verschiedene Mittel (siehe Kasten am Schluss) gefördert werden.

Naturheilkundliche Begleitung während der Schwangerschaft und bei der Geburt

Das Heranwachsen und die Geburt von Menschen und Tieren löst bei mir immer wieder ein Staunen und ein Versinken in Ehrfurcht aus. Wenn man sich vorstellt, was durch die Vereinigung von zwei winzig kleinen Teilchen entsteht, dann muss man sich einfach Gedanken machen.
Oft geht aber eine Schwangerschaft nicht ohne Beschwerden einher. Viele Frauen klagen beispielsweise über die berühmte Morgenübelkeit.
Nachfolgend werden die wichtigsten Beschwerden und ihre naturheilkundliche Behandlung kurz aufgezeigt.

Drohende Fehl- oder Frühgeburt

Droht eine Fehl- oder Frühgeburt kann diese mittels Ruheverordnung und chemischen Wehenhemmer verhindert oder zumindest hinausgeschoben werden.
Auf der Seite der Anthroposophischen Heilkunde ist es möglich, die drohende Frühgeburt mittels entsprechender Heilmittel zu verhindern, respektive die Wehentätigkeit zu stoppen.
Eine solche Behandlung gehört aber auf jeden Fall in die Hand einer Fachperson.
Als Basismedikament können hier Aurum D6 als Injektion und Bryophyllum 50% als Pulver genannt werden


Schwangerschaftsbeschwerden

Frauen, die im gewöhnlichen Leben sehr kräftig sind, fühlen sich gerade während der Schwangerschaft oft ausserordentlich wohl.
Frauen, die normal oder eher schwach mit ihrer Körperlichkeit verbunden sind, leiden nicht selten unter verschiedenen Beschwerden. Darunter fallen z.B. Schwindel, körperliche Unsicherheit, Taumeligkeit oder Ohnmachtszustände.
Es treten Abwehrsymptome gegen Eindrücke der Aussenwelt, wie Widerwillen, Abwehrhaltung, Ekel, Überempfindlichkeit oder Übelkeit, bis hin zum Erbrechen, auf.
Die Symptomatik reicht bis zur Gefährdung der Gesundheit.
Zur Behandlung der o.g. Symptome, die alle dieselbe Ursache (nicht die Schwangerschaft) haben, kann das Mittel Saccharum/mel compositum herangezogen werden.
Um die Schwangerschaftsübelkeit im Speziellen zu behandeln, stehen Nux vomica und Ipecacuanha (D3 — D6) zur Verfügung.
Oft treten auch psychotische Zustände auf, die als „gar nicht richtig da“, „irgendwie schwebend“ oder „wie im Traum“ empfunden werden.
Müdigkeit, sich nicht konzentrieren können, vieles vergessen usw. sind weitere Erscheinungen, die alle in dieselbe Gruppe gehören.
Ebenso in diese Gruppe gehört auch die Schwangerschaftsblutarmut.
Die Behandlung kann in diesen Fällen mit einem homöopathischen Eisen-Präparat angegangen werden, z.B. Ferrum sidereum oder Ferrum metallicum präparatum, um nur zwei zu nennen.
Es gibt noch weitere Beschwerden, auf die hier nicht eingegangen werden soll, da sie eine fachkundige Behandlung durch einen Naturheilpraktiker bedürfen.
Die Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung, auf die weiter unten eingegangen wird, ist hier für die Erkennung der Symptome eine wertvolle Hilfe.

Alternative Möglichkeiten vor und während der Geburt

Auf die Vorsichtsmassnahmen in Bezug auf Schwangerschaftsbeschwerden wurde oben bereits hingewiesen.
In diesem Abschnitt wird kurz auf die bevorstehende Geburt eingegangen:
Was kann Frau tun, wenn sich der Muttermund nicht öffnet oder die Wehen nicht einsetzen? Welche Mittel stehen zur Verfügung, während der Geburt und kurz danach usw.?
Mit Unterstützung der Muttermundöffnung kann bereits drei Wochen vor dem errechneten Termin begonnen werden.
Als sehr hilfreich hat sich eine Kombination der ätherischen Öle Eugenia caryopholata 90% (Gewürznelke) und von Metha piperita 10% (Pfefferminze) bewährt.
Wehenanregende Mittel müssen bei weitem nicht chemische Präparate sein.
Im Gegenteil, diese sind oft auch für das noch ungeborene Kind eine Belastung. Manche von Ihnen haben einen negativen Einfluss auf die Atemtätigkeit des Kindes, der vor allem problematisch und verhängnisvoll werden kann, wenn das Kind die Nabelschnur um den Hals gewickelt hat.
Als wehenanregendes Mittel hat sich die Kombination von Belladonna D4 und Pulsatille D30 bewährt.

Sogleich nach der Geburt bekommt die Mutter die erste Arnika Gabe. Die Arnika ist ja bekanntlich das erste Mittel bei einer Verletzung. Eine Geburt ist eine physische Verletzung der Unterleibsorgane der Frau.
Das Kind erhält sogleich nach der Geburt eine Gabe Sulfur. Dies hilft der, erst nach der Geburt selbständig arbeitenden Leber richtig und innerhalb der nötigen Zeit, d.h. vor dem Eintreten einer zu starken Gelbsucht, welche einen Brutkastenaufenthalt nach sich ziehen würde, zu arbeiten.
Nicht zu vergessen ist der Besuch einer Schwangerschaftsvorbereitung.
Hier sollte aber eine gesunde und sinnvolle Mischung zwischen Gespräch und Gymnastik angestrebt werden.
Die physische Stärkung der werdenden Mutter, die die Gymnastik mit sich bringt, trägt wesentlich zur Erleichterung der Geburt bei.

Naturheilkundliche „Willkommensgeschenke“ an die Neugeborenen

Als besonderes Willkommensgeschenk gilt, neben dem oben erwähnten Sulfur ein Tropfen Weihrauch auf die Stirn des Kindes.
Zur harmonischen Stimmung und zur Beruhigung im Gebärsaal, kann mit weiteren ätherischen Ölen gearbeitet werden. Zu erwähnen sei hier der Lavendel und die Myrrhe.
Diese ruhige und harmonische Umgebung geht natürlich auch auf das Kind über. Die ersten Eindrücke und Empfindungen sind für das Neugeborene sehr wichtig.
Zu den ätherischen Ölen ist zu sagen, dass nur naturreine Öle verwendet werden dürfen. Künstlich hergestellte oder gewonnene Öle, und von denen gibt es leider immer mehr, schaden der ganzen Atmosphäre mehr, als dass sie nützen.

Mutterschaftsvorsorgeuntersuchung, Ultraschall und weitere Tests

Die Naturheilkunde steht, wie das Wort Natur eigentlich schon aussagt, den oft auch unsinnig eingesetzten Gerätschaften der Schulmedizin, eher skeptisch gegenüber.
Nicht, dass behauptet werden will, die Geräte seien überflüssig. Mehr steht die Empfehlung eines sinnvollen Einsatzes der Geräte im Vordergrund.
Es ist absolut nicht notwendig, dass man zwei- bis dreimal pro Monat zur Ultraschalluntersuchung geht.
Die meisten Leserinnen und Leser der heutigen Am-Ber - Ausgabe wurden noch ohne Ultraschall geboren!
Sicherlich macht es aber Sinn, wenn die Gefahr einer Schwangerschaftskomplikation besteht, sich untersuchen zu lassen.
Geben Sie Ihrem Gefühl den Vorrang. Warum sollte eine Untersuchung gemacht werden, wenn das Wohlbefinden gut ist?

Australische Wissenschafter haben herausgefunden, dass Kinder, die während der Schwangerschaft oft durch den Ultraschall gestört wurden, bei der Geburt im Verhältnis kleiner waren, als Kinder, die höchstens ein- bis zweimal mittels Ultraschall untersucht wurden. Das gibt zu denken!

Ein weiteres Problem sind die Fruchtwasserentnahmen, die auch von vielen Vertretern der Schulmedizin als gefährlich und, in vielen Fällen sinnlos, angesehen werden.
Sicherlich sinnvoll sind Mutterschaftsvorsorgeuntersuchungen, auch wenn man sich über den Rhythmus streiten kann, bei denen das Gespräch im Vordergrund steht.
Der Arzt sollte aufgrund der Kenntnisse über die Patientin ein Entgleisen der körperlichen Tätigkeiten frühzeitig erkennen.
Auch wenn schwerwiegende Beschwerden doch eher selten sind, empfiehlt der Naturheilpraktiker, dass schwangere Frauen sich gut beobachten und Symptome, die vorher noch nicht oder nur schwach vorhanden waren, dem Arzt mitzuteilen.
Dies gilt vor allem, wenn Sehstörungen, Doppelsehen, Augenflimmern, Nebligsehen, Ohrensausen oder Atemstörungen usw. auftreten.
Zusammenfassung der Heilmittel:

Unfruchtbarkeit: Stressabbau, Verbesserung des Allgemeinzustandes durch autogenes Training, Meditation, konstitutionelle Behandlung (Naturheilpraktikerbesuch)
Entgiftung: durch Ausleitverfahren (Naturheilpraktikerbesuch)
Konzeptionsförderung: z.B. durch: Alumen/Berberis comp. Innerlich 3 x 15 Tropfen/Tag, morgens Hüftumschläge mit Prunus spinosa, nachmittags Meerrettichauflage auf den Unterleib, abends Cuprumsalbe auf die Waden.
Fehl- oder Frühgeburtsrisiko: Aurum D6 Injektion, Bryophyllum 50% als Pulver, bis stündlich 1 Messerspitze
Allg. Schwangerschaftsbeschwerden: Ferrum sidereum comp. Oder Ferrum metallicum präparatum 3 x 15 Tropfen/Tag
Speziell Übelkeit: Nux vomica oder Ipecacunaha (je nach Potenz bis drei Gaben, pro Tag)
Muttermundöffnung: Eugenia car. und Metha pip. 890/10 — drei Wochen vor Geburt täglich einen, zwei Wochen vor Geburt 2 Tropfen und in der letzten Woche vor der Geburt, drei Tropfen täglich einnehmen.
Wehenanregend: Belladonna D3/Pulsatilla D30 20 Tropfen in ein Glas Wasser und alle 5 — 10 Minuten einen Schluck einnehmen.
Während/nach der Geburt für die Mutter: Arnika C30, während der Geburt und nach der Geburt morgens eine Gabe nüchtern, während drei Tagen.
Wundheilung bei Dammschnitt: Hypericum D30 morgens eine Gabe, bis beschwerdenfrei.
Nach der Geburt für das Kind: Sulfur D30 eine Gabe, einen Tropfen Weihrauchöl auf die Stirn.
Im Gebärsaal: Lavendelöl und Myrrhe in der Duftlampe

Bitte setzen Sie sich für weitere Abklärungen bei starken Beschwerden mit Ihrem Arzt oder Naturheilpraktiker in Verbindung.

Daniel Trappitsch

Literatur:
Hermann Erich, Wenn die Wiege leer bleibt, Wege aus der Kinderlosigkeit, 90 S. (ABCteam: 1031), R. Brockhaus Zürich, Wuppertal 1994
Love Vicky, Das leere Nest, Kinderlosigkeit - Das Ende vom Glück, 302 S. (Telos: Wege zum Leben: 2538), Schwengeler Berneck SG 1989
Sheila Kitzinger, Schwangerschaft und Geburt, 400 S. Kösel-Verlag München, ISBN 3-466-34242-2

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